Die Pest, auch der schwarze Tod genannt, hat im Mittelalter auch unsere Gegend nicht verschont. Ob es sich hier um die Beulenpest oder die Lungenpest handelte ist nicht erwähnt. Vielleicht sind diese Begriffe auch nicht bekannt gewesen.

In wie weit die Pest hier auch schon in früheren Zeiten zugeschlagen hat ist ebenfalls nichts bekannt. Sie wird, von mit dem Virus verseuchten Ratten, auf deren Flöhe und von diesen dann auf den Menschen übertragen. Das war aber zu diesen Zeiten den Menschen nicht bekannt.

Das erste erwähnte Opfer war im 1. Kirchenbuch von Welterod, geführt von Pfarrer Plebanus, der Tod des Schulmeisters Christian Diemer am  06.12.1612. Lt. Eintrag ein Thüringer zu Stüth (über 20 Jahre) Schneider und Schulmeister und 50 Jahre alt.

Durch die Erstellung der Familienblätter (HHSt. Wiesbaden Abt. 361 Nr. 1) die vermutlich von Pfarrer Mai erstellt wurden (meine Einschätzung. Es gibt einen handschriftlichen Aufsatz von ihm im Pfarrhausarchiv Karton Nr. 23 und die Handschrift gleicht sich). Diese Familienblätter sind für die ganze Vogtei , d.h. Welterod, Lipporn und Strüth erstellt, da die Kirchengemeinden immer von Welterod verwaltet wurden.

Folgende Auszüge, betreff die Pesttoten, aus den Familienblättern:

  • 1.Pestausbruch 1612 bis 1613

Michels Clas, Strüth gest. 15.04.1613 Pest

Sohn Peter gest. 03.04.1613 Pest

Tochter Anna, Catharina gest. 14.04.1613  Pest

Tochter Johanna gest. 03.04.1613 Pest

Eugen, letztes Kind, gest. 19.04. Pest 

Joffheim, Jacob, Gerichts….. des Kirchspiels, wohnhaft in St. (Strüth)

Ehefrau Dorothea  gest. 30.05.1613 Pest

Tochter Catheringen gest. 10.06.1613 Pest

Sohn Eugen gest. 10.06. Pest

Tochter Martha gest. 11.06. Pest

Sohn Hans, Jacob gest. 11.06.1613 Pest 

Diell, Hansjörg, Schulmeister Lipporn

Kind (kein Name) gest. 09.05.1613 Pest

Sohn Johann, Stephan gest. 18.08.1613 Pest 

Bottgen, Anna, Kinds-Mägdlein im Pfarrhaus, gest. 19.07.1613 Pest 

Knipper, Johannes, Lipporn, gest. 29.05.1613 Pest

Seine Frau Magdalena gest. 24.01.1613 Pest (sie war Magd des Pfarrers)

Sohn Simon gest. 30.05.1613 Pest 

Rütteln, Wilhelm, Hof Rödel Welterod, gest. 03.04.1613 Pest

Sohn Jacob (ältestes Kind) gest. 16.03.1613 Pest

Sohn Wilhelm gest. 24.03.1613 Pest

Tochter Anna, Margaretha „letzt übriggebliebenes Kind“ gest. 29.03.1613 Pest 

Strindt, Johannes, Hof Angschied, Ehefrau Juliane gest. 07.09.1613 Pest

Tochter Anna, Maria gest. 07.09.1613 Pest 

Zahn, Hans, Schultheis, Welterod

Sohn Heinrich gest. 05.01.1613 Pest

Sohn Adam , jüngster Sohn, gest. 11.03.1613 Pest 

Zahn, Philipp, Glöckner, Welterod, Ehefrau Margareth gest. 20.03.1613 Pest

Sohn Heinrich gest. 05.01. Pest

Barbellgen ? gest. 17.03.1613 Pest

Sohn Wilhelmgen gest. 1613 Pest

Sohn Max „jüngster Sohn“ gest. 29.03.1613 Pest 

Jacobus, Lorichins, im 11. Jahr Abt im Kloster Schönau gest. 10.08.1613 Pest

Ein fremder Mann, bei Zornstall?, gest. zwischen 24.und 29.03.1613 Pest

Und viele andere mehr.

 

  1. Pestausbruch 1624 bis 1625

Deufinger, Margaretha, Magd auf dem Angschieder Hof, gest. 22.10.1624

Deufinger, Hans, Jost, Strüth gest. 02.11.1624 Pest

Deufinger, Clas, Strüth, gest. 07.11.1624 Pest 

Christmann, Henrich,Lipporn, gest. 26.10.1624 Pest

Sohn Hans, Jacob, gest. 13.11.1624 Pest 

Holzhausen, Gerhard, Lipporn

Ein Töchterlein gest. 25.02.1625 Pest

Tochter Eva, gest. 06.04.1625 Pest

Sohn Hans, Peter gest. 27.02.1625 Pest

Tochter Anna, Martha gest. 21.02.1625 Pest 

Strindt, Johannes, Hof Angschied II. Ehe

Sohn Hans Peter gest. 04.11.1624 Pest

Sohn Johann, Lorentz gest. 09.11.1624 Pest

Sohn Hans, Philipp gest. 04.11.1624 Pest

Tochter Anna, Maria gest. 07.10.1624 angeblich an Bräune, wahrscheinlich 1. Pestfall

Sohn Johannes, Wilmus gest. 20.11.1624 Pest

Nilig ? gest. 19.10.1624 bei ihm wurde die Pest erkannt

Besondere Tragik bei dieser Familie, waren auch schon bei der 1. Pestepedemie Tode zu verzeichnen. 

Ein fremder Mann, gebürtig aus Hachenburg, gest. 21.12.1624 Pest

„ am weißen Stein tod gefunden „ (der weiße Stein war eine Grenzmarkierung des mainzischen Rheingaus und der Vogtei Schönau in der Nähe vom Hof Esrod) 

Das alles sind nur abgeschriebene Beispiele aus den erhaltenen Familienblättern Es sollen in den zwei Pestepedemien 139 Menschen verstorben sein. 

Hier ein Beispiel der Familie Bach, Adam, Henrich, Strüth aus den Familienblättern:

 Quellen: HHSt. Wiesbaden Abt. 361 Nr. 1

                Sonderabdruck aus den Nass. Annalen des Vereins für Nass. Altertümer über „ Neue Untersuchungen über den Verlauf                     der Grenze des Rheingauer Weistums „ Vom Rhein bei Lorchhausen bis zur Wisper von von Gustav Lüstner