Pfarrei
Bereits 1132 wird in Welterod eine Kirche, die St. Petrus geweiht war, erwähnt. Das Patronat bestand im Mittelalter, zu katholischer Zeit. Lt. Dehio wurde die Kirche nach dem Neubau 1848 ebenfalls St. Peter geweiht. (s.Quellenanhang)
Der erste Abt des Klosters Schönau, der das Gotteshaus baute, war Hildelin, früher ein tapferer Ritter, zuletzt Mönch in Lipporn, von wo er nach Schönau als Abt übersiedelte. Damals war s.oben bereits in Welterod eine Kirche und Pfarrei und Hildelin scheint dieselbe aus seinen Gütern obtiert (gewählt lat.) zu haben. Denn bald nach seiner Anstellung in Strüth klagt er bei Welbero Erzbischof von Trier über die Armut seines Klosters und erbittet sich selbst mit seinem Gut zur Aufbesserung der Einkünfte, indem er die Kirche zu Welterod mit ihrem Gut dem Kloster Schönau zu inkooperieren (einverleiben lat.) gedenke, was auch vom Erzbischof Welbero gut geheisen wurde, zumal der Priester Adelbero zu Welterod, der auch für die Kirche in Lipporn mit ihrem Schutzheiligen St. Florin zuständig war, damit einverstanden war. Eine Urkunde von 1145 bestätigt diese Stiftung, welche zugleich die erste bestätigte urkundliche Erwähnung der Pfarrei Welterod ist.
Lt. Codex diplomaticus Nassoicus (Nassauisches Urkundenbuch) von 1145, Band I Seite 151, Absatz 213, hat der Priester Adalbero folgende Stiftung vorgenommen:
Pfarrer Adalbero zu Welterod und Lipporn gestattet dem Kloster Schönau den Verkauf eines von ihm geschenkten Gutes zu Weier zum Eintausche eines Gutes zu Ahlbach, überweist demselben die ihm hierfür resignirten Güter zu Bachheim und Dessighofen und macht
weitere Schenkungen zu Welterod und Lipporn, sowie für die Ausstattung der Kirche zu Schönau — 1145 November
Über den Zeitpunkt der Einführung der Reformation in hiesigem Kirchspiel findet sich in den Akten nichts Näheres, sie wird zusammenfallen mit der Reformierung des Weilburger Fürstentums, mit welchem die Vogtei damals verbunden war. In dem ältesten Kirchenbuch Anno 1601 von Pfarrer Johannes Nautha angelegt, findet sich anscheinend ein von Pfarrer Plebanus auf gestelltes Verzeichnis der hiesigen Pfarrer, unter dem Johannes Gärtner von Zorn als primus Lutheranus bezeichnet ist anno 1550.
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Die Reihenfolge der Geistlichen ist folgende:
- Jacob Hesselbach Anno 1487
- Johannes Hayr 1514
- Adam Spieß 1528
- Melchior Schybe von Gysen (Gießen) 1532
- Johannes Breithardt 1546
- Johannes Gärtner von Zorn 1550 primus Lutheranus
- Johannes Gabell 1561 – (1565 lt. Familienblätter)
- Heinrich Nesen 1565 (lt. Aufzeichnung von Richard Back, St.Goarshausen ;Aus Nastätten aus der Familie des Wilhelm Nesen, der ein Gelehrter bei Luther in Wittenberg war und in der Elbe ertrank).
- Johannes Nauta 1601 29. März (Beginn des 1. Kirchenbuches in Welterod)
Pfarrer Nauta hatte den Beinamen „ ridens ” d.h. der lächelnde. Über ihn gab es viele Beschwerden wegen seinem nicht ganz einwandfreien Benehmen.
- Johannes Plebanus 1607 2. März
Zu Pfarrer Plebanus, der eigentlich Völker hieß, ist folgendes zu berichten: 1606 berief ihn der Graf Ludwig von Nassau-Saarbrücken nach Welterod. Die in Wehen wohnende Fürstinwitwe Elisabeth, die ihn sehr verehrte, ließ die Möbel von Wehen nach Welterod fahren, wo er am 12. März 1607 Einzug hielt. In seine Amtszeit fällt auch die 1. Pestepedemie in der Vogtei mit vielen Toten. Auch im Pfarrhaus versterben zwei Mägde. Selbst der Abt des Klosters Schönau verstirbt. In 1618 verließ Plebanus Welterod und amtierte fortan in Miehlen. Dort schrieb er Tagebuch während des 30jährigen Krieges und seinen Schrecken.
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- Wilhelm Im Hoff von Rettert 1618
- Leonhard Moller 1632
- Johann David Werner 1634
- Ambrosius Teutschmann 3. Juni 1641 bis 1643
Auch Pfarrer Teuschmann berichtet von den schweren Zeiten die durchzumachen waren. Die Plünderungen und das Fliehen aus den Dörfern, sodaß manchmal das Dorf ein halbes Jahr nicht bewohnbar war und das Feld nicht bebaut werden konnte.
- Johann Jacob Koch von Gerberheim Amts Gleiberg 3.Mai 1653 (Durch Recherchen im Staatsarchiv Wiesbaden wurde festgestellt, daß J.J.Koch bis 3. Jan. 1699 hier im Amt war).
- Johann Conrad Ludwig Hindt 1699 gest. Dez. 1731 (Beginn des 2. Kirchenbuches)
Pfarrer Hindt berichtet in 1709 über die erste Auswandererwelle und daß ein Johann, Curt Wüst mit seiner Frau und drei Kindern auswandert. Er berichtet auch, daß das Kloster mitsamt der Kirche in 1723 abgebrannt ist. 1731 wird ihm sein ältester Sohn als Adjunkt beigegeben. Er selbst verstirbt mit 61Jahren und 5 Monaten im November desselben Jahres (s.Familienblätter). Er wird in der Kirche beigesetzt.
- Johann Ludwig Hindt (stirbt im November 1736, im 33. Lebensjahr u. wird neben seinem Vater in der Kirche beigesetzt)
- Johann Conrad Kaiser 1737 stirbt 5. Febr. 1774 im 37. Jahr, treufleißiger Prediger, 67 Jahre alt.
- Johann August Wilhelm Chun 1774 – 1802 (Lt. Familienblätter am 04.11.1802 gestorben.) hat Pfarr-Adjunkten 1797 – 1800 Johann Ludwig Berger, 1800-1802 Ernst August Schellenberg (lt. Schulchronik Seite 9 v. Lehrer Bautz starb Berger 1799 und war Schellenberg erst ab 1802 in Welterod. )
- Carl Daniel Kaiser 1803 – 1810. (Sohn des Pfarrers Johann Konrad Kaiser geb. 29.10.1740 in Welterod, gest. lt. Eintrag im Sterberegister am 26.02.1810 um 8 Uhr früh in Welterod)
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- I. Fr. Heye 1810 – 1818 nach Nastätten versetzt.
- H. Carl Wagner, den 5. Oktober 1774 zu Aarbergen geboren. Er kam 1818 hierher, wo er den 3. Juli 1841 starb.
- Philipp Wilhelm Traegel wurde 5. September 1787 zu Enfingen geboren. Er kam 1841 hierher, wo er Anfang des Jahres 1851 auf sein Ansuchen pensioniert ist. Unter Pfarrer Traegel wurde die neue Kirche 1846 – 1847 gebaut. 1845 wurde die alte Kirche auf Abbruch
versteigert, es wurde ein Erlös von 300 Gulden erzielt. Lehrer Zimmermann berichtet in der Schulchronik von 1846: Im Februar und März wurde die alte Kirche abgelegt und dann mit dem Neubau begonnen.(s.S. 32/33 Schulchronik) Die Glocken wurden behalten und die Orgel nach Lipporn verkauft. Durch die Säkularisierung der Klöster kam die Kirche 1803 in Staatsbesitz. Die Domäne (Staat) mußte die Kosten für den Neubau bezahlen, die sich auf 16.000 Gulden beliefen. Hand- und Spanndienste leisteten die Kirchenmitglieder. Der Gottesdienst wurde während der Bauzeit in Lipporn abgehalten. Am 20. Februar 1848 wurde die neue Kirche eingeweiht durch den bischöflichen Kommisarius Wilhelmi. Die Feierlichkeiten wurden in Welterod und Strüth mit Tanz und Musik abgehalten. Erst 1849 an Pfingsten erfolgte die Einweihung der von Orgelbauer Buderus aus Singhofen errichteten Orgel. Bereits in 1867 mußte die neue Orgel von Orgelbauer Voigt generalüberholt werden.
- Karl Künstler Pfarrvikar, geboren den 15. Dezember 1824 zu Weilburg. Hier von 1. April 1851 – 1856 .
- Johann Georg Schupp, geboren zu Bornich, den 16. September 1803. Ab 1856 in Welterod und verstarb hier am 8. April 1865.
- Gustav Raven, geboren den 13. September 1815 zu Eboldshausen in Hannover. Ab 1865 Pfarrer zu Welterod, von hier 1. Juli 1870 nach Delkenheim versetzt. Am 21. September 1867 zersprang die kleinste der drei Glocken die ca. 600 Jahre alt war. Die Inschrift auf der Glocke lautete: „ Zu dir Maria Mutter und Magd aus Not dir klagt ”, es war noch eine Glocke aus katholischer Zeit.Bereits am 23. Mai 1868 wurde die neue, nun größere Glocke mit folgender Inschrift: „In Leid und Scherz, in Freud und Schmerz” aufgehängt.
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Angelegt 4. Mai 1870 von Pfarrer Raven
- Schilling, Eduard, Friedrich geboren 14. August 1820 zu Münden in Hannover. Ab 1. August 1870 Pfarrer in Welterod. Am 14. März 1883 auf eigenes Ersuchen in den Ruhestand versetzt.
- Steubing, Arnold, Ludwig geb. 28.04.1857 in Diez bis September 1885
- Boecker, Wilhelm, August geb. 12. Mai 1843 in Wittenstein. 1886 – 1903, vor der Zeit in Welterod 1872 bis 1885 Pfarrer der deutsch- evangelischen Gemeinde zu Curibita in Brasilien
- Schwarz, Robert geb. 11. Juni 1873 ?, 1. Juli 1903 bis Herbst 1912. In 1909 wurde eine große Innenrenovierung der Kirche vorgenommen . Von der Kirchengemeinde Biebrich-Mosbach, wurde ein dort nur wenige Jahre gebrauchter Kronleuchter, zum Preis von 50 Mark
erworben (ursprünglicher Preis 700 Mark) .
- Mai, Ernst, geb. 2. September 1882 in Strinz-Margarethä (heute Ortsteil von Hohenstein); 1. April 1913 bis Januar/Februar (verstorben im Krankenhaus in Frankfurt am Main am 26. Februar 1938 , kurz vor seinem25jährigen Dienstjubiläum)
- Becker, Christian geb. 23. Juli 1911 in Blessenbach (heute Ortsteil von Weinbach, Landkreis Limburg-Weilburg) 15. Januar 1938, Ordination am 23. Januar 1938 in Welterod. Vikar, später Pfarrverwalter, 1. August 1943 Pfarrer bis Juli 1960 .Anschließend bis Juli 1978 in Bornich. Er ist der Verfasser „ Geschichte der Kirche, der Kirchengemeinde und der Pfarrer von Bornich ”.
- Münch, Werner, Ludwig, geb. 6. Juli 1929 Hausen (heute Ortsteil von Pohlheim) ab November 1960, Pfarrvikar 16. Dezember, 1961 Inhaberschaft bis 2. April 1964
- Gehring, Walter, geb. 22. November 1925 in Braunschweig. Von 16. September 1964 , am 4. Oktober Amtseinführung in Welterod, bis 1. Februar 1970, anschließend in Wolfenbüttel tätig.
- Moschüring, Heinrich, Wilhelm „ Heinz ” geb. 2. April 1927 in Lackhausen (Ortsteil von Wesel). VomNovember 1970 bis 24. Juni 1987 (zum 1. Juli 1987 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitiger Eintritt in den Ruhestsand; Umzug des Ehepaares Moschüring nach Bad Soden, dort am 24.03.2005 gest.)
- Fromme, Martin, geb. 24. Februar 1959 in Soest. Ab Juni 1988 (am 5. Juni Ordination in Welterod,Sommer 1992 Inhaberschaft) bis 31. August 1994; anschließend Gemeindepfarrer in Wiesbaden-Klarenthal, später an der Marktkirche in Wiesbaden; seit Anfang 2017 je halbe Stelle an der Marktkirche und in Wiesbaden-Biebrich
37. Fischer, Harald, Peter geb. 4. Dezember 1963. Von 1. Juni 1995 (am 20. August 1995 Ordination, Pfarrvikar) bis 2003. Am 23. Februar 2003 Abschiedsgottesdienst; anschließend Gemeindepfarrer in Miehlen, seit 1. September 2011 in Singhofen
- Ambrozic, Mirjam geb. Turmann am 2. April 1971 (erste Pfarrerin) von 1. Januar 2004 (am 8. Februar 2004 Ordination in Welterod, Pfarrvikarin) bis 30. Juni 2014; anschließend, seit Juli 2014 Pfarrerin in der Kirchengemeinde Hochheim am Main, Pfarrbezirk Ost
- Biester, Claudia, Christina, geb. Haamel am 6. Juni 1970 in Offenbach am Main. Seit 1. Juli 2014, Ordination am 27. Juli in Diethardt, Pfarrvikarin, bzw. Pfarrerin im Probedienst. 1. bis 30. Juni 2014 vertretungsweise in Kaub am Rhein. Ab 2018 Inhaberschaft in Welterod. Verläßt am 10. Mai 2020 die Kirchengemeinde und wird stellvertretende Dekanin im Hochtaunuskreis
Am 24. Mai fand 2020 unter Corona-Bedingungen im kleinen Kreis der Kirchenvorstände von Welterod und Oberwallmenach, der Pfarrsekretärin und der Familie Biester die Verabschiedung durch die Dekanin Frau Weigel in der Welteroder Kirche statt.
(Liste der Pfarrer aus der Kirchen-Chronik von Pfarrerin Biester zur Verfügung gestellt )
Am 10.05.2020 wurden die Geschäfte der Pfarrstelle von Frau Biester an Pfarrer Himmighofen stellvertretend übergeben.
Ab 01.01.2021 übernimmt Pfarrer Olaf Becher, bereits im Ruhestand und wohnhaft in Kaub, die Vacanzvertretung für die Pfarreien Welterod mit Espenschied, Lipporn, Diethardt, Weidenbach und Münchenroth, sowie Oberwallmenach mit Retterhain und Lautert. Bereits ab 11.06.2023 befindet er sich im Krankenstand bis auf Weiteres. Sein Vertrag läuft noch bis 31.08.2024. Ab Januar 2024 übernimmt Pfarrer Himmighofen vertretungsweise Gottesdienste der beiden Pfarreien.
Am 10.05.2020 wurden die Geschäfte der Pfarrstelle von Frau Biester an Pfarrer Himmighofen stellvertretend übergeben.
Ab 01.01.2021 übernimmt Pfarrer Olaf Becher, bereits im Ruhestand und wohnhaft in Kaub, die Vacanzvertretung für die Pfarreien Welterod mit Espenschied, Lipporn, Diethardt, Weidenbach und Münchenroth, sowie Oberwallmenach mit Retterhain und Lautert. Bereits ab 11.06.2023 befindet er sich im Krankenstand bis auf Weiteres. Sein Vertrag läuft noch bis 31.08.2024. Ab Januar 2024 übernimmt Pfarrer Himmighofen vertretungsweise Gottesdienste der beiden Pfarreien.
Bei einer Visitation in 1605 ist von der „ baufälligen Kirche, die in Abgang geraten soll ” die Rede. Aus dem Jahr 1607 sind die bei der Kirchenvisitation vorgelegten Beschwerden erhalten:
- wird dem Pfarr der Zehnte vom Maintzischen entzogen.
- Das Kloster hat hiervor einen Pfarrer, sooft er kommt, Freitisch erteilt und ihm seine Portionen gleich einem Klosterinsassen vorgestellt; wird nicht mehr zugestanden. Item hat es der Pfarr jährlich gegeben 2 Ohm Bier, wird nicht mehr zugestanden. Noch hat es gegeben 3- 4 Maintzer Malter Korn, werden nicht mehr zugestanden.
- Herr Prälat (Abt) zu Schönau taufet auch die Kinder, besucht die Kranken, begräbt die Toten, kopuliert (traut) die Eheleute, welche seiner Religion seint, sagt, daß er dazu das Vorrecht habe, und daß ich, weil ich der Pfarrer des Ortes bin, nicht das Geringste mit ihm zu tun habe.
- Das Kirchspiel beansprucht auch an das Kloster die Kost oder Essen, so oft man baut; wird ebenfalls nicht mehr zugestanden, und haben sich versucht, es dem Pfarrer aufzubürden ”
1745 berichtet Pfarrer Kayser, daß an einem Bettag, als die Gemeinde in der Kirche versammelt war und der Pfarrer gerade angefangen hatte mit seiner Predigt, der Ruf ins Gotteshaus drang, die Franzosen sind da und wollen alle Früchte wegnehmen.
Die Predigt wurde sofort abgebrochen und die Leute mit dem Segen entlassen.
Das erste Pfarrhaus welches zugeordnet werden kann, ist das heutige Haus Rheingaustr. 21. Es wurde im Jahr 1609 als das „ neue Pfarrhaus ” gebaut, weil das alte baufällig war (Standort des vorherigen Pfarrhauses nicht bekannt). Da die Pfarrer in damaligen Zeiten auch Landwirtschaft betrieben, sind auch die dazugehörigen Gebäude entstanden.
Nebenstehendes Bild ist ca. 1920 entstanden und zeigt August Nefferdorf.
Abschrift Protokoll über die Versteigerung der alten Pfarrhofraithe zu Welterod Bezirk St. Goarhausen, 19. August 1829:
Geschehen zu Strüth 28. Juli 1829 die Versteigerung der alten Pfarrhofraithe zu Welterod . Es gab mehrere Versteigerungstermine und endlich am 28. April 1829 wurde die Summe auf 1.250 Gulden von der Herzoglich Nassauisch General Domaineal Direktion festgelegt zu Gunsten des Steigerers Heinrich Schmidt aus Welterod.
Das in 1828 erbaute Pfarrhaus war früher ein Acker, welcher als Steinbruch verwendet wurde. Diesen kaufte die Pfarrgemeinde Welterod für 22 Floriner + 30 Kreuzer der Gemeinde Welterod ab um ein neues Pfarrhaus zu bauen.
Auch bei diesem Anwesen wurden noch landwirtschaftliche Gebäude errichtet.
Heute Rheingaustr. 8. Dieses Pfarrhaus wurde nach dem Neubau in des heutigen Pfarrhauses 1935 an Otto Tönges verkauft und bezogen.
(Aussage von Theo Tönges ) (Bild von Bernd Köhler ca. 1910
Vor dem Bau des jetzigen Pfarrhauses, Lipporner Straße 12, gab es bezüglich der Besitzverhältnisse des in 1828 erbauten bis= herigen Pfarrhauses Unklarheiten. Folgende Bescheinigung gibt darüber Auskunft:
Bescheinigung !
es wird hiermit bescheinigt, dass im Duplikat des Stockbuches
von Welterod folgendes unter Nr. 2988 Band 3 eingetragen ist:
9 ar 60 mtr.
- a) ein Zweistöckiges Wohnhaus
- b) Eine Scheuer,
- c) Ein Stall. Eigentum der Pfarrei Welterod.
Bei Eigentumsbeschränkung und Lasten :
Die Herzogliche Dömäne hat diese Pfarrgebäudlichkeiten, die evangelichen Kirchenmitglieder, resp. Bürger zu Welterod, Strüth
und Lipporn ( als zum Kirchspiel gehörig ) haben die Beifuhren der Materialien unentgeltlich zu leisten.
Für die Richtigkeit, Welterod den 18. Juli 1932
Der Bürgermeister :
Gemeindesiegel Aulmann ( Abschrift s.Archiv Pfarrhaus)
Vorderseite Hofseite
Lt. einem Schreiben von Pfarrer Mai wurde das heutige Pfarrhaus in 1935 bezogen. Den geänderten Zeiten zufolge wurden
landwirtschaftliche Gebäude nicht mehr errichtet, lediglich ein Hühnerstall und ein großer Garten wurden angelegt.
Anbau Pfarrhaus Welterod
Angeregt durch Pfarrerin Biester beginnt in 2020 die Konzeptentwicklung für einen Anbau am Pfarrhaus. Einen Versammlungs= raum mit kleiner Küchenzeile und eine Toilette, sowie einen behindertengerechten Eingang von der Vorderseite her für das Pfarrbüro . Trennung von Pfarrbüro und Wohnung. Die vorbereitenden Arbeiten dazu beginnen in 2021. Der Abriss des alten Hühnerstalles und eines kleinen Abstell raumes für das Pfarrbüro werden in Angriff genommen. Ebenso wird die Treppe vom vorderen Garten in den seitlichen Hof, welcher niedriger liegt entfernt. Auch die Eingangstreppe seitlich vom Hof zum Pfarrbüro
wird abgerissen. In 2022 wird der Anbau dann hergestellt und ab Januar 2023 in Betrieb genommen. Ebenfalls wird die vordere Gartenseite neu gestaltet und behindertengerecht ausgeführt. Wie man sieht gibt es ein ganz neues Aussehen:
Anssicht Vorderseite Ansicht Hofseite
In 1848 vom 09. auf den 10. April gab es einen so starken Schneefall, daß der Pfarrer nicht nach Lipporn gehen konnte um den
Ostergottesdienst vorzunehmen, der wurde dann nach Welterod verlegt und von Pfarrer Hain gehalten. (s.Schulchronik S. 144 und Hausbuch Göller)
Auf Pfingsten 1849 wurde die hiesige von Orgelbauer Buderus aus Singhofen angefertigte neue Orgel, welche eigentlich 1 Jahr früher fertig sein sollte, eingeweiht, bevor dieselbe von dem Herzogl. Lehrer u. Organisten Roos von Nassau geprüft und im Ganzen für gut befunden wurde. Der Preis der Orgel betrug 1850 fz.
Lt. Bericht des Lehrers Datz wurde die Orgel in 1867 generalüberholt auf Kosten der Gemeindekasse, da die Kirchengemeinde dafür keine Geldmittel hatte, ebenfalls wurden die Ziffern der Turmuhr neu vergoldet. (s. Seite 132 der Schulchronik Teil I)
Baron von Eyck hat der Gemeinde einen Zuschuß von 800 fz. aus dem Erlös der Versteigerung der Felder des Hofes Rödel an verschiedene Welteroder Gemeindemitglieder gegeben.(Versteigerung zwischen 1847 u. 1851)
In 1909 wurde die Kirche vollständig renoviert, die Kosten betrugen
2.200 Mark und wurden vom Staat getragen.
Nebenstehendes Bild ist die Kopie einer Kopie eines Bildes aus dem
Fundus von Gisela u. Petra Buhlmann.
Es ist vermutlich eine Aufnahme der an der Renovierung 1909 beteiligten
Handwerker.
Die Glocken wurden alle im ersten Weltkrieg eingeschmolzen und Weihnachten 1920 wurden neue Glocken eingeweiht. Sie tragen folgende Inschriften: „ In schwerer Zeit. – Dem Herrn geweiht. – Uns zur Seligkeit. ″ –
Durch Artilleriebeschuß der Amerikaner wurde in 1945 die Kirche und das Pfarrhaus leicht beschädigt. In der Kirche gingen 114 Scheiben zu Bruch. 1953 erhielt der Innenraum der Kirche und der Kronleuchter (aus dem Jahre 1909) einen neuen Anstrich. Ab 1954 muß sich die Kirchengemeinde an allen Kosten mit 15 % beteiligen (die früheren Hand- und Spanndienste).
In 1956 wurde die Orgel für 5.600,00 DM renoviert und 1957 wurde eine neue automatische Läuteanlage in der Kirche für 3.842,10 DM installiert. Die Kosten wurden zur Hälfte von der Zivilgemeinde und der Kirchengemeinde getragen. Das Kirchen= dach wurde 1958/59 neu eingedeckt.
Ab 2014 ist das Bruchstein-Mauerwerk des Turmes und später auch das des Kirchenschiffes saniert, verputzt und mit einem
Anstrich versehen. Der Anblick der Kirche hat sich dadurch völlig verändert.
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Alte Ansicht Neue Ansicht nach der Sanierung
Am 01.01.2014 haben die bis dahin eigenständigen Kirchengemeinden Welterod, Lipporn-Strüth und Diethardt mit Weidenbach und Münchenroth, die pfarramtlich von Welterod verwaltet wurden, fusioniert zur „ Kirchengemeinde Welterod ”.
Welterod und Lipporn-Strüth sind schon immer gemeinsam verwaltet worden. Diethardt wurde ab ca. 1953 erst vertretungsweise und dann ab 1961 hauptamtlich von Welterod mitverwaltet (lt. Schreiben der Kirchenverwaltung, Darmstadt, v. 02.Juni 2020) .
Seit 01.05.2015 ist auch die evangelische Kirchengemeinde Oberwallmenach pfarramtlich mit Welterod verbunden und wird von hier verwaltet.
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Verfasserin: Christa Debus
Quellen:
Kirchenchronik von Welterod
Archiv im Pfarrhaus
HHSt. Abt. 83, Nr. 3 U, Nr. 65 Blatt 25-35, Abt. 240, Nr. 1041,
„ Die Visionen der hl. Elisabeth ” von Ferd.W.E.Roth
„ Von den Kämpfen und Siegen des ev. Glaubens ” von Pfr. W.Röhricht, Weisel (1927)
Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau „ Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-
nassauischen Raum ″ v. Kleinfeldt und Weirich und
Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Rheinland-Pfalz Saarland “ von Georg Dehio Ausgabe 1984 wird auf Seite 1126 -Karte 7-
Auskünfte der Pfarrsekretärin Frau Crecelius
Bilder v. Bruno Birkenstock , Christa Debus, Sigrid Göttert