Welterod in der Weimarer Republik
Die Weimarer Republik von 1918 bis 1933 gilt als der erste demokratisch regierte Staat Deutschlands. Nach Ende des 2. Weltkrieges – während der 1950er und 1960er Jahre – war sie bei Zeitzeugen das emotionalste Gesprächsthema.
Heute für uns selbstverständliche Dinge wie elektrischer Strom, Wasserleitung, Radioempfang und öffentlicher Nahverkehr brachten in der Weimarer Republik ein besseres Leben in unsere Dörfer. Es gab aber auch die als ungerecht empfundene französische Besatzung, die Geldentwertung und die Verarmung weiter Bevölkerungskreise durch die Weltwirtschaftskrise. Eine daraus resultierende rechte und linke Radikalisierung der Bevölkerung vergiftete nach und nach das bis dahin friedliche Zusammenleben der Menschen und führte zur Diktatur.
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Teil 01 Einleitung und Überblick
Teil 02 Verwaltung und Statistik der Gemeinde
Teil 03 Soldatenschicksale
Teil 04 Die Besatzungszeit
Teil 05 Geldentwertung, Inflation und Neubeginn
Teil 06 Es wird Licht: Der elektrische Strom kommt in das Dorf
Teil 07 Neue Glocken für die evangelische Kirche
Teil 08 Die Wasserleitung wird gebaut
Teil 09 Die Kraftpostlinie nach Kaub wird eröffnet
Teil 10 Kerb, Tanzveranstaltungen und Feste im Dorf
Teil 11 Gemeindearbeiten: Pflege, Wege, Hochbau und Forst
Teil 12 Die politische Radikalisierung und das Ende der Republik
Teil 13 Quellenverzeichnis und Erklärungen
Teil 1 Einleitung und Überblick
Übersteigerter Nationalismus in allen mitteleuropäischen Staaten, dazu abenteuerhungrige Militärführer waren die Hauptursache für die am 1. August 1914 beginnende Katastrophe Weltkrieg. Was von allen Seiten als kurzer erfolgreicher Waffengang geplant war, endete nach einem Inferno von 4 Jahren am 9. November 1918.
Verloren haben dabei alle Beteiligten. Kaiser- , Zaren und Sultanreiche gingen zugrunde. Kolonialreiche begannen sich aufzulösen. Mehrere Millionen Soldaten waren gestorben, verwundet, verstümmelt oder kehrten mit schwersten Erkrankungen nach Hause.
Für Deutschland, als Verlierer des Krieges, war die Situation besonders schlimm. Die neue Republik musste fertig werden mit:
Gebietsabtretungen im Osten, Norden und Westen des Reiches,
Besatzungszonen im Westen,
Milliardenschweren Reparationsleistungen,
Einer am Boden liegenden Wirtschaft und Währung.
Das Ende des 2. Kaisereiches.
9.11.1918 12:00 Uhr Reichskanzler Max von Baden erklärt den Thronverzicht des deutschen Kaisers.
9.11.1918 14:00 Uhr
Philipp Scheidemann ruft vom Fenster des Reichstages die parlamentarische demokratische Republik aus
9.11.1918 16:00 Uhr
Karl Liebknecht proklamiert eine freie sozialistische Republik nach sowjetischen Muster.
Heroische Gemälde aus der DDR-Zeit. Der Ort und Umfang ist nicht bewiesen, zeigt aber die radikalen politischen Gegensätze dieser Zeit in Berlin.
Da in der durch ständige revolutionäre Unruhen gestörten Hauptstadt Berlin eine ordentliche Arbeit nicht möglich war, flohen die Parlamentarier nach Weimar, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Dieser Vorgang war der Namensgeber für die neue Staatsform: „Weimarer Republik“.
Die wichtigsten Daten des Geschichtsabschnittes.
Regionale Ereignisse
Nationale Ereignisse
11.11.1918 Waffenstillstandsabkommen im Wald von Compiénge. Festlegung der Besetzung der linken Rheinseite und der Brückenköpfe Mainz (Frankreich) und Koblenz (Amerika). Die unbesetzte Lücke zwischen beiden Brückenköpfen wurde später als „Kauber Flaschenhals“ bezeichnet.
Dezember 1918 Zur Grenzsicherung der Brückenköpfe ziehen französisch /marokkanische Besatzungstruppen in Espenschied, sowie reine französische Besatzungstruppen in Diethard, dem ursprünglich den Amerikanern zugesprochenen Teil, ein.
19.01.1919 Wahlen zur Nationalversammlung bei denen Frauen in Deutschland erstmals wählen dürfen.
Januar 1919 bis Juni 1920 gilt als die Hochphase des unbesetzten Flaschenhalses.
10.02.1919 Die französische Aufforderung -alle Flaschenhalsgemeinden vollstandig in das besetzte Gebiet zu integrieren- wird, für Welterod, in einem Gemeinderatsbeschluss einstimmig abgelehnt, worauf die Besatzungsmacht von beiden Seiten der Grenze mit Repressalien reagiert.
11.06.1919 Welterod tritt dem Zweckverband „Elektroland St. Goarshausen“ bei, woraufhin die Elektrifizierung des Ortes beginnt.
28.09.1919 Erstmals nach dem Krieg wird wieder Welteroder Kerb im Gasthaus Kern gefeiert.
28.06.1919 Unterzeichnung des Versailler Vertrages. Die in unserem Bereich geltende Besatzungssituation wurde bis 1935 bestätigt.
10.05.1920 Gemeinderatsbeschluss über die Anschaffung neuer Glocken für die Welteroder Kirche.
25.12.1920 Einweihung der neuen Kirchenglocken.
13.03.1920 Zur Niederschlagung des sogenannten Kapp-Putsches marschierten deutsche Truppen in die entmilitarisierten Rheinlande ein.
1921 Ein extrem trockener Sommer, mit einem Mangel an Trinkwasser für Mensch und Tier.
16.05.1921 Einweihung des Gedenksteines für die Gefallenen des Weltkrieges 1914 – 1918 und des sogenannten Heldenfriedhofes.
24.07.1921 Baubeginn der neuen Hochdruck-Wasserleitungsanlage für die Gemeinde.
21.12.1921 Extrafällung auf dem Zorner Kopf zur Finanzierung der Wasserleitungskosten.
09.01.1923 bis 03.09.1924 Während des sogenannten Ruhrkampfes marschierten Französische Truppen in das unbesetzte Rheinland –einschließlich Flaschenhals- ein. Durch den von der Reichsregierung ausgerufenen „passiven Widerstand“ entsteht eine noch höhere Geldvermehrung und eine galoppierende Inflation.
1923 Im Spätherbst ist die neue Wasserleitungsanlage betriebsbereit.
15.11.1923 Währungsreform: Eine Billion Mark (M) entspricht nun 1 Rentenmark (RM).
16.08.1924 Unterzeichnung des Dawes Planes. Dieser nach dem amerikanischen Finanzexperten Charles Gates Dawes benannten Plan erleichterte die deutschen Reparationszahlungen und beendete den Ruhrkampf.
30.08.1924 Münzgesetz: Eine Rentenmark (RM) entspricht einer Reichsmark ebenfalls (RM).
16.11.1924 Franzosen verlassen den Flaschenhals. Die beiderseitigen Grenzen haben danach, bis zum Ende der Besatzungszeit, nur noch symbolischen Charakter.
1925 Gründung des Schützenvereines Welterod.
15./16.09.1925 Ausarbeitung der Verträge von Locarno, durch Außenminister Gustav Stresemann (Deutschland) und Aristide Briand (Frankreich), die Deutschland aus der außenpolitischen Isolation befreien.
09.05.1926 Eröffnung der Kraftpostlinie Kaub-Strüth-Nastätten, ab Fronleichnam 1927 über Welterod.
10.09.1926 Deutschland wird Mitglied im Völkerbund.
12.07.1926 Vergabe der Bauarbeiten für ein neues Forsthaus (Bezug 1928).
1927 Als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme werden 100 Morgen Lohschlag (Lück) und Ödland (Lichtenberg) mit Fichten aufgeforstet.
22./ 23.06.1928 Jubiläumsfest „15 Jahre freiwillige Feuerwehr Welterod“ im Wiesgarten.
22.11.1928 Baubeginn zur Erschließung neuer Quellen für die Wasserleitungsanlage, die leider erfolglos endet.
1929 Erneut ein extrem trockener Sommer, in dem die Wasserleitungsanlage den Bedarf bei Weitem nicht decken kann. Höher gelegene Wohnhäuser bekommen das Wassergeld erlassen.
25.10.1929 Börsencrash, der als Schwarzer Donnerstag in Amerika und einen Tag später als Schwarzer Freitag in Europa in die Geschichte eingeht und die weltweite Wirtschaftskrise auslöste.
20.01.1930 Mit dem Young-Plan, benannt nach dem amerikanischen Diplomaten Owen D. Young, wird die vorzeitige Räumung des Rheinlandes vereinbart und die weiteren Reparationszahlungen werden herabgesetzt.
27.03.1930 Heinrich Brünning wird zum Reichskanzler ernannt und regiert mit zahlreichen Notverordnungen.
1930 Im Frühjahr beginnen die Schürfarbeiten für eine weitere Trinkwassergewinnung auf dem „Hohen Rech“.
1930 Bau und Einweihung des Schützenhauses in der Lahmkaut (Lehmgrube).
15.04.1930 Baubeginn des Wartehauses an der Bushaltestelle Lipporner Straße.
30.06.1930: Ende der Besatzung im Rheinland und offizielles Ende des Flaschenhalses.
31.07.1932: Reichstagswahl – die NSDAP wird stärkste Partei.
19.10.1932 Beginn der Ausmauerung des Stollens für die Wassergewinnung auf dem „Hohen Rech“.
30.01.1933 Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt.
Teil 2 Verwaltung und Statistik der Gemeinde
Teil 5 Geldentwertung, Inflation und Neubeginn
Teil 06 Es wird Licht: Der elektrische Strom kommt in das Dorf
Teil 07 Neue Glocken für die evangelische Kirche
Teil 09 Die Kraftpostlinie nach Kaub wird eröffnet
Teil 10 Kerb, Tanzveranstaltungen und Feste im Dorf
Teil 11 Gemeindearbeiten: Pflege, Wege, Hochbau und Forst
Teil 12 Die politische Radikalisierung und das Ende der Republik
Teil 13 Quellenverzeichnis und Erklärungen
Erklärungen und Quellenangaben Teil 2
201 Wegen Stimmengleichheit zwischen Bürgermeisterkandidaten Schmidt und Aulmann entschied das Los zu Gunsten von Adolf Aulmann (Schulchronik Welterod 1924). Die erste von Adolf Aulmann geleitete Sitzung mit Wahl der Schöffen (Protokollbuch Gemeinderat 11.0.1924)
202 Wechsel des Gemeinderechners und der erforderlichen Sicherheitsleistung: Die Gemeindevertretung bewilligt einstimmig die Löschung der Sicherheitshypothek für Adolf Tönges und verlangt von dem jetzigen Gemeinderechner Rudolf Tönges eine Sicherheitshypothek von 2000 Goldmark (Protokollbuch Gemeinderat 26.04.1928).
203 Teuerungszuschlag für Ortsdiener Peter Vogel (Protokollbuch Gemeinderat 03.04.1920). Johann Michel wird Ortsdiener (Protokollbuch Gemeinderat 20.08.1924).
204 Richard Schmidt wird Rohrmeister (Protokollbuch Gemeinderat 20.08.1924) Gehalt Rohrmeister (H410 04.0.1927).
205 Bezahlung des Schäfers Joseph Missler und Anschaffung eines Widders für die Schafzucht (Protokollbuch Gemeinderat 04.01.1913) Jährliche Vergütung für die Widderhaltung (H407 10.04.1923). Ein neuer Schafhirte (Nachnahme Schmidt) übernimmt das Amt und wird verköstigt von Familie Missler. Die Gemeinde übernimmt den Widder für 25 Mark (Protokollbuch Gemeinderat 29.10.1924). Unentgeltliche Verpachtung des Gemeindehauses an den neuen Schafhirten (Protokollbuch Gemeinderat 02.01.1925)
206 Lehrerwechsel: (Schulchronik Welterod 1923)
207 Als Inflationsausgleich erfolgt eine Erhöhung der Entschädigung für die Handarbeitslehrerin (Name nicht bekannt) auf der Basis von 89 Stunden/Jahr (Gemeinderatsbeschluss 01.07.1923). Mina Friedrich wird Handarbeitslehrerin (Protokollbuch Gemeinderat 01.05.1926). Zuschuss für einen Kursus in Nastätten (Protokollbuch Gemeinderat 28.05.1927). Jährliche Vergütung für Handarbeitslehrerin Mina Friedrich (H411 31.12.1928).
208 Erhöhung des Glöcknergehaltes Wilhelm Hartung (Protokollbuch Gemeinderat 29.06.1919). Teuerungszuschlag für das Polizeiläuten (Protokollbuch Gemeinderat 03.04.1920) Jährliche Vergütung für das Polizeiläuten (H410 01.04.1928).
209 Försterwechsel: Der Waldarbeiter-Lohnzettel wurde zum letzten Mal am 29.04.1922 von Förster Karl Ruppert unterschrieben. Am 20.05.1922 wurde der erste Lohnzettel von Forstgehilfe Adolf Michel unterschrieben (Gemeindearchiv H405). Förster Adolf Michel wird zum 01.01.1924 eingestellt (Gemeinderatsbeschluss vom 13.12.1923).
210 Knechte Pflegekinder Stand 1919 (H414 Gemeindesteuerliste 1919)
211 Sammelrechnung des Consumvereines an die Gemeinde Welterod. Ausgestellt von Lagerhalter Vogel (H410 07.01.1928).
212 1919 waren Wilhelm Gabel (Vater von Lenchen Gabel) und Heinrich Nefferdorf (Opa von Gerhard Nefferdorf) Bullenhalter (Protokollbuch Gemeinderat 11.05.1919). 1924 waren Adolf Beilstein (Opa von Gerhard Beilstein) und Heinrich Nefferdorf Bullenhalter (Protokollbuch Gemeinderat 22.09.1924). 1926 wurde August Tönges (Vater von Herta Schreiber) neben Heinrich Nefferdorf 2. Bullenhalter (Protokollbuch Gemeinderat 19.10.1926).
213 Bis 1927 war Philipp Köhler Eberhalter (H409 Zahlungsanweisung 24.03.1926). Bis 1931 Heinrich Hertling (Opa von Manfred Hehn) (H424 14.06.1931). Ab 1932 Theodor Zorn (Vater von August Zorn) (H424 28.0.1932)
214 Gründung des Ziegenbockverbandes Welterod Lipporn Strüth (Protokollbuch Gemeinderat 14.12.1911). *Repartitionen Ziegenbockverband (H407 15.04.1923, H408 02.04.1924, H411 01.04.1928
215 *Repartition Spritzenhaus im Spritzenverband Welterod/Strüth (H409 15.04.1926). Aufteilung Feuerwehrkosten Welterod/Strüth (H411 01.04.1928).
216 *Repartition Standesbeamter (H409 25.04.1925, H410 13.03.1928).
217 Gründung des Hebammenverbandes (Protokollbuch Gemeinderat 19.06.1922). *Repartition Hebammenkosten (H408 01.04.1925, H 409 15.04.1926 , H 411 01.04.1928).
218 Teuerungszuschlag für Dr. Dutsch in Strüth (Protokollbuch Gemeinderat 03.04.1920) Statuten Arztbezirk Strüth und Umgebung (Protokollbuch Gemeinderat 02.12.1922). Holzlieferung für Dr. Birker (Protokollbuch Gemeinderat 29.03.1923). Kostenaufteilung Ärzteverband (H408 01.04.1924). Doktorverband Strüth: Zuschuss für Doktorwohnung (Protokollbuch Gemeinderat 22.05.1925). Zuschuss zur Apotheke in Strüth (Protokollbuch Gemeinderat 11.07.1925). Beteiligung am Ankauf der Apotheke in Strüth mit 20% (Protokollbuch Gemeinderat 08.01.1927).
219 Schwestern- und Pflegestation: Siehe Bericht von Christa Debus + *Repartition Schwesternstation (H409 10.04.1926)
220 Schiedsgericht Welterod Kostenaufteilung (H408 01.04.1925).
* Repartition = Verteilung im Verhältnis der Beteiligten = repartieren.
Erklärungen und Quellenangaben Teil 3
301 Bilder aus dem Bundesarchiv Koblenz
302 Schulchronik Welterod 1912 – 1968 Seite 47
303 Welteroder Kriegsteilnehmer im Weltkrieg 1914 – 1918
Laut einer Aufstellung von Lehrer Kimbel (Schulchronik Seiten 35 – 37, Stand: Januar 1917) waren bis zu diesem Zeitpunkt 64 Männer im Kriegseinsatz. Rechnet man die später eingezogenen Jahrgänge 1899 und 1900 hinzu, dürften zumindest zeitweise, etwa 80 Welteroder Männer an der Front gewesen sein.
304 Befragung mit Videoaufnahme von Karl Köhler im Jahr 1987
305 Befragung mit Videoaufnahme von Karl Köhler im Jahr 1987
306 Schulchronik Welterod 1912 – 1968 Seite 50
307 Protokollbuch Gemeinderat Welterod 1910 – 1922
309 Schulchronik Welterod 1912 – 1968 Seite 53 und 54
310 Gemeindearchiv Urkunden 1926/27
Erklärungen und Quellenangaben Teil 4
401 Chroniken der Stadt Lahnstein und der Stadt Nastätten von 1993
402 Dorfchronik Diethardt
403 Gemeindearchiv Welterod: Erinnerungen 1918 bis 1934 von Adolf Aulmann
404 Buch „Der Freistaat Flaschenhals“ von Stephanie Zibell und Peter Josef Bahles
405 Die betroffenen Kreisverwaltungen waren: Der Rheingaukreis in Rüdesheim, der Kreis St. Goarshausen, der Unterlahnkreis in Dietz und der Untertaunuskreis in Bad Schwalbach
406 Protokollbuch Gemeinderat Welterod 1910 bis 1922
407 Schulchronik Welterod von 1912 bis 1968
Erklärungen und Quellenangaben Teil 5
501 Aus dem Buch Zeitreisen und Zeitzeugen von Wolfgang Schmidt zweiter Teil
502 Ein Klafter Holz wären heute etwa 1,8 RM (Info Wikipedia, nicht weiter geprüft)
503 Schulchronik Welterod Seite 55
504 Schulchronik Welterod Seite 56
505 Schulchronik Welterod Seite 57
507 Gemeinderatsbeschluss über das Holzmachen vom 02.12.1923
507 Schulchronik Welterod Seite 76
508 Gemeindearchiv „Erinnerungen 1918 bis 1933“ von Adolf Aulmann
Erklärungen und Quellenangaben Teil 6
601 Lehrer J. Kimbel Schulchronik 1920
602 Protokollbuch Gemeinderat 11.06.1919
603 Bildband 75 Jahre MKW 1910 – 1985
Um die Überlastungen der Netzleitungen zu vermeiden mussten auch diese relativ kleinen Motoren im Stern/Dreieck Betrieb angelassen werden. Nach Verstärkung und Umrüstung der Stromnetze auf 220/380V im Jahr 1952, war dann nur doch die Direkteinschaltung im Stern-Betrieb möglich.
604 Landwirtschaftliche Geräte der Familie Karl Köhler
605 Landwirtschaftliche Geräte der Familie Karl Breitenbach Strüth
606 Landwirtschaftliche Geräte der Familie Richard Schmidt
607 Historischer Elektrogeräte-Fundus Bernd Köhler
608 Gemeindearchiv: Brandkataster Ergänzungen 1921
Erklärungen und Quellenangaben Teil 7
701 Schulchronik Welterod Seite 42
702 Protokollbuch Gemeindevertretung Welterod 1910 – 1922
703 Auskunft von Zeitzeuge Richard Back
704 Schulchronik Welterod Seite 52
Erklärungen und Quellenangaben Teil 8
800 Schürfung einer Wasserquelle (nach Zeitzeugen und eigener Recherche):
Wenn das Regenwasser durch die verschiedenen Bodenschichten (Erde, Sand, Kies etc.) sickert, wird es gereinigt. Auf einer wasserundurchlässigen Schicht (Fels, Lehm) sammelt sich dieses Wasser und fließt als Grundwasser unter der Erde langsam weiter, bis es irgendwo als Quelle ans Tageslicht tritt. Wird nun eine solche Stelle (z.B. durch einen Wünschelrutengänger) entdeckt, werden waagrechte Gräben in den entsprechenden Hang getrieben. In die Sohle kommt ein mit Drainagematerial verfülltes Drainagerohr. Um Verunreinigungen der Drainageschicht zu vermeiden, wurde in neuerer Zeit noch eine Betonwanne darüber gegossen . Das gewonnene Wasser leitete man in einen Sammelschacht. Schürfungen waren preiswerter und einfacher zu realisieren, als Tiefenbohrungen und die Wasserförderung kam ohne Pumpen aus. Der Nachteil war die Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge im Einzugsgebiet.
802 Schulchronik 1 Welterod 19.09.1867 und 18.11.1876
803 Protokollbuch Gemeinderat vom 11.08.1867 und 08.10.1878
804 Schulchronik 2 Welterod Seite 54 und 55
805 Video-Befragung von Zeitzeuge Richard Back
806 Gemeinderatsbeschluss vom 31.08.1929 Erlassung des Wassergeldes für div. Familien.
02.12.1929 Beschluss über Ermäßigungen des Wassergeldes für höchst gelegene Haushaltungen: Es wird einstimmig beschlossen den höchstgelegenen Haushaltungen: Karl Fensterseifer, Karl Weber, Eduard Kröck, Philipp Köhler, Heinrich Stein, August Kopp, Willi Saueressig, Johann Michel, Förster Michel August Zorn und Heinrich Saueressig Witwe. Die Beträge von über 1 Mark pro 2 Monaten zu erlassen.
807 08.08.1931 Die Gemeindevertretung beschließt vom preußischen Staat ein Darlehen von Mark 8000 (Achttausend Mark) zum Ausbau einer Wasserleitung zu den in der Schuldurkunde festgelegten Bedingungen aufzunehmen.
807 14.11.1929 Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, eine Extrafällung von 1000 Festmeter im Distrikt Herzbach 2 anzusuchen. Der Erlös soll zum Ausbau der Wasserleitung verwendet werden. 04.02.1933 Die Gemeindevertretung beschließt im Distrikt Herzbach 400 Festmeter Buchenholz als Extrafällung zu beantragen und an den Hiagverein (heute Fa. Schlaad) in Lorch zu verkaufen. Der Erlös soll zum Ausbau der Wasserleitung verwendet werden.
808 Frondienste gegenüber den geistlichen oder weltlichen Herren waren zwar nach der Revolution von 1848 abgeschafft, allerdings gab es in unseren Gemeinden bis in die 1950er Jahre einen gemeinschaftlichen Dienst (Hand oder Spanndienst) den man „Frönen“ nannte. Er wurde von de Gemeindevertretung beschlossen und aus jeden Haushalt hatten arbeitsfähige Männer bereit zu stehen. Es ging dabei um den Einsatz bei Naturkatastrophen aber auch anfallenden Arbeiten, die die Gemeinde aus finanziellen oder personellen Gründen nur in Beteiligung vieler Arbeiter bewältigen konnte. Teilweise wurden die Dienste bezahlt, andere wurden mit Vergünstigungen bei dem sogenannten Gemeindenutzen (Benutzung von Backhaus, Gemeindekelter, Laub strippen usw.) entlohnt.
Erklärungen und Quellenangaben Teil 9
901 Ein Vicinalweg oder Vicinalstraße war eine wichtige Verbindung zwischen zwei Orten. Sie hatte einen besonderen Bestandschutz und musste verkehrsbereit gehalten werden.
902 Gemeindearchiv Welterod: Erinnerungen von Adolf Aulmann 1918 -1933
Erklärungen und Quellenangaben Teil 10
1001 Brandregister Ergänzungen 01.01.1896 Neuer Anbau (Saal) wird aufgenommen. Schulchronik 1, 1901 Wegen Renovierung der Schule findet der Unterricht im Tanzsaal des Gasthauses Back statt.
1002 Auskunft von Zeitzeuge Richard Back
Erklärungen und Quellenangaben Teil 11
1101 Geschehen, Welterod den 7. August 1925
Nach vorhergegangener ortsüblicher Bekanntmachung wurden heute die Backofensteine in Nastätten zu holen an die Wenigstnehmenden in 4 Losen versteigert. Es ersteigerte Los Nr. 1 Wilhelm Back III zu 8 M. Los Nr. 2 Wilhelm Back ii zu 7,40 M. Los Nr. 3 Karl Weldert zu 7,40 M. Los Nr. 4 Rudolf Tönges zu 8,00 M. Zusammen 30,80 M.
1102 Geschehen, Welterod den 12. August 1925
Nach vorgehender ortsüblicher Bekanntmachung wurde heute die Materialien zum Backofen an die Wenigstnehmenden vergeben. Es ersteigerte: 250 Backsteine von Oberwallmenach zu holen Wilh. Back III zu 7,00 M. 250 Backsteine von Oberwallmenach zu holen Wilh. Back II zu 7,00 M. ¾ kbm Sand von Nastätten zu holen Rudolf Tönges zu 9,00 M. ¾ kbm Sand von Nastätten zu holen Heinrich Hertling zu 9,00 M. ¾ kbm Sand von Nastätten zu holen Wilh. Back III zu 9,00 M. ¾ kbm Sand von Nastätten zu holen Karl Weldert zu 9,0 M. 200 Backsteine von Oberwallmenach zu holen Heinrich Hertling zu 6,00 M. 200 Backsteine von Nastätten zu holen Wilh. Back II zu 7,00 M. Zusammen 63 M.
1103 Gemeindearchiv: Erinnerungen Adolf Aulmann 1918 – 1933
1104 Auskunft von Zeitzeuge Karl Köhler der nach seiner Schulentlassung im Jahr 1927 hierbei seine erste bezahlte Beschäftigung fand.
Erklärungen und Quellenangaben Teil 12
1201 Schulchronik 2, 1919/1920 Lehrer Kimbel
1202 Die deutsche Zentrumspartei war Vertreterin des katholischen Deutschlands
1203 Die Deutsche Demokratische Partei (DDP) repräsentierte den politischen Liberalismus 1918 – 1933
1204 Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, kurz Reichsbanner, war während der Weimarer Republik ein politischer Wehrverband zum Schutz der demokratischen Republik. Anfang der 1930er Jahre war das Reichsbanner mit ca. 3 Millionen Mitgliedern die größte demokratische Massenorganisation in der Weimarer Republik.
1205 Die Stützpunkte waren die kleinste Gruppierung innerhalb der NSDAP. Es gab sie in kleineren Dorfern oder Stadtteilen, die zu wenige Mitglieder für eine Ortsgruppe hatten.