Schwesternstation

von | Religiöses Leben

Die Schwesternstationen ersetzten in früheren Jahren zum großen Teil die Arztpraxen. Viele Leute waren nicht, wie heute, gesetzlich versichert und konnten einen Arzt nicht bezahlen.

Noch in meiner Kindheit ging man erst einmal bei Erkrankungen , oder Verletzungen, zur Gemeindeschwester. Teilweise hielten diese Schwestern auch Nachtwachen bei Kranken oder Sterbenden.

Die erste hier bekannte Gemeindeschwester war Magdalene Saueressig aus Welterod. Sie machte vom 01.04. bis 01.10.1906 eine Ausbildung zur Krankenschwester im Paulinenstift.

 Ab Oktober 1906 wurde eine Schwesternstation für die Kirchspiele Welterod und Lipporn-

Strüth, nebst der Gemeinde Diethardt in Welterod eingerichtet. 

Am 01.10.1910 wird Schwester Magdalene Saueressig nach Hahnstätten versetzt. Ihr folgt Hilfsschwester Elise Holl von Welterod stammend. Dieselbe wird auf eigenen Wunsch am

01.08.1912 ebenfalls nach Hahnstätten versetzt. Nachfolgerin wird die im Diakonissen-

Mutterhaus zu Bern ausgebildete Diakonisse Berta Meyer. 

Ab April 1936 wurde von der damaligen „Kreisleitung“ dem Berner Schwesternverband gekündigt und übernahmen NSV-Schwestern die Schwesternstation. 

Die Schwesternstation wurde ab 01.11.1945 wieder von der evangelischen Kirchengemeinde übernommen. Nach vergeblichen Bemühungen am Berner Diakonissenhaus in Bad Ems gelingt es Pfarrer Becker (Pfarrer in Welterod) die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift, durch eine vertragliche Vereinbarung der ev. Kirchengemeinde Welterod mit dem Diakonissen-Mutterhaus des Paulinenstiftes,  die Schwesternstation wieder neu mit einer Diakonisse zu besetzen. Die Gemeindeschwesternstation ist zuständig für die Gemeinden:

  1. Diethardt
  2. Lipporn
  3. Münchenroth
  4. Strüth
  5. Weidenbach
  6. Welterod 

01.11.1945 bis 15.11.1950

Diakonisse Frieda Kaiser aus

Obertiefenbach

(Ottilie Aulmann, Diakonisse Frieda, Herta Schreiber)

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Diakonisse Maria Wagner war vom 15.11.1950 bis März 1951 hier zuständig .(bedauerlicherweise kein Bild vorhanden). 

Von März 1951 bis zu ihrer Einweisung ins Krankenhaus am 25.01.1958 und ihrem Tod am 12.03.1958 war Diakonisse Philippine Wittmer hier anwesend.

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Frau von  Pfarrer Becker und Diakonisse Philippine                                                                                     .

Danach Juli 1958 bis 30.06.1977  Diakonisse Johannette Ansel. Sie bekam bei Pfarrer Becker Unterricht im Moped fahren. Später machte sie den Führerschein und bekam dann ein Auto für die Krankenbesuche .

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(Die Garage steht heute noch im neuen Weg)

 

 

Diakonisse Johannette mit dem neuen Auto          

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Im Dezember 1963 konnte Diakonisse Johannette dann das neu gebaute Schwesternhaus beziehen. Sie hatte dort im1. Stock eine Wohnung und im Parterre einen Behandlungsraum. Vorher war ihre Wohnung und auch die Behandlung im heutigen Haus Rheingaustraße 29 . 

Vom 01.7.1977 bis 30.09.1983  versah Diakonisse Irma Bender hier ihren Dienst. Mit deren Fortgang war dann auch das Ende der hier bestehenden Schwesternstation.

Ab 01.9.1978 wurde die hiesige Schwesternstation der Sozialstation angegliedert. Diakonisse Irma Bender blieb in Welterod wohnen. Die Sozialstation versieht bis zum heutigen Zeitpunkt ihre Dienste zentral von Nastätten aus mit weltlichen Kranken – Schwestern und – Pflegern.

 Am 25.10.1981 konnte in einer Feierstunde im Gemeindehaus Welterod im Beisein der Diakonissen Frieda Kaiser, Johannette Ansel und Irma Bender 75-jähriges Bestehen der hiesigen Schwesternstation gefeiert werden.

Verfasserin: Christa Debus

Quellen: Teilweise durch Unterlagen im Pfarrhausarchiv und Abgleich mit den Unterlagen in 2015 durch die Verfasserin mit den Unterlagen des Diakonissen-Mutterhauses Paulinenstift.

Bilder: Bilderarchiv Christian Becker

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