Welterod im Dritten Reich
Hinweis: Dieser Bericht enthält nationalsozialistische Embleme. Sie dienen ausschließlich der Aufklärung und Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens.Sie dienen nicht der Verherrlichung der NS-Zeit.
Vorwort
Ein Geschichtsabschnitt, am Anfang von vielen bejubelt, schon nach wenigen Jahren in einer Tragödie mit unermesslichem menschlichem Leid endend. In diesem Bericht soll versucht werden, das Leben der Dorfbewohner, die Veränderung der Lebensumstände und bei vielen, die Änderung der Moralvorstellungen zu ergründen. Da regionales Archivmaterial nur spärlich vorhanden ist und Zeitzeugen sich nicht immer auskunftsfreudig zeigten, kann nur ein oberflächlicher Überblick über die Geschehnisse gegeben werden.
Teil 1 Übersicht
30.Januar 1933: Eintrag in der Schulchronik Welterod: 002
Das Jahr 1933 wird für alle Zeiten mit ehernen Buchstaben in das Buch der Geschichte gegraben sein. Es brachte endlich den großen Wendepunkt in der politischen Schicksalsgestaltung unseres Volkes und damit die Rettung unseres Vaterlandes von dem drohenden Gespenst des Bolschewismus.
Hitler war an diesem Tag vom Reichspräsidenten, Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden.
Anfang 1933 gab es bereits in den Vogteigemeinden einen Stützpunkt 003 der NSDAP – zu der auch der damalige Lehrer gehörte – und eine kleine überregionale Einheit des SA. Es war die Kerntruppe, mit deren Hilfe die Menschen von den Ideologien des Nationalsozialismus überzeugt werden sollten.
Zu ihren Aktionen gehörten:
- Abendliche Fackelzüge der SA
- Höhenfeuer auf der Schildwacht mit flammenden Reden und Absingen nationalistischer Lieder.
Hinweis: Bilder und Grafiken werden durch Anklicken vergrößert dargestellt.
Die Schildwacht (Schildwache), eine zentrale Erhebung inmitten der drei Vogteidörfer. In der Ideologie des 3. Reiches, hatte der Hügel eine mystische Bedeutung. Die Sonnenwendfeier und zahlreiche andere Veranstaltungen fanden an diesem Ort statt. Heute ist es ein Standort für die überregionale Wasser- und Fernmeldeversorgung. Bilder: Bernd Köhler 28.12.2025
Der erste Fackelzug durch die Dörfer der Vogteigemeinden, mit Höhenfeuer auf der Schildwacht und anschließendem Radiohören im Schulsaal, fand am 4. März 1933 – dem Vorabend der Wahl zum neuen Reichstag – statt. Es war die letzte Reichstagswahl, an der mehr als eine Partei teilnehmen durfte.
Eintrag in der Schulchronik Welterod:
Auf der „Schildwacht“ war ein mächtiger Holzstoß errichtet. Gegen Abend sammelte sich die Bevölkerung von Welterod, Strüth und Lipporn in Strüth. Unter Vorantritt der SA bewegte sich der Zug im Fackelschein durch die Straßen von Strüth u. Welterod. Nach kurzen einleitenden Worten des Stützpunktleiters von Strüth, hielt ich (der damalige Lehrer) die Feuerrede. Anschließend erklang das Lied „Flamme empor“.
Ein Teil der Bevölkerung ging anschließend in den Welteroder Schulsaal, um sich die im Radio übertragene Königsberger Feuerrede des „Führers“ anzuhören. 002
Weitere Maßnahmen zur Beeinflussung der Menschen waren:
- Erziehung der Jugend durch Schule, Jungvolk, Bund deutscher Mädel BDM, und Hitlerjugend HJ. 004
Die BDM-Gruppe Welterod auf dem Turnplatz 1934
Bildquelle 001
- Bevorzugung von Mitgliedern einer parteinahen Organisation bei der Vergabe von öffentlichen Arbeiten und Positionen.
Ein Beispiel: Auf Anordnung der oberen Forstbehörde, durften ab Herbst 1933 nur noch Saisonarbeiter im Staatswald arbeiten, die einer parteinahen Organisation angehörten. Eine Ausnahme galt für Angehörige der freiwilligen Feuerwehr. 005
Die von staatlicher Seite als besonders wichtig angesehenen Freiwilligen Feuerwehren wurden weiter gefördert. Mit ihrer Mitgliedschaft konnten sich einige Zeitgenossen vor der Vereinnahmung durch eine NSDAP-Gruppierung drücken. 005
Karl Urban nahm 1934 an einem Feuerwehrlehrgang in Idstein teil und wurde dabei auch schon an der Motorspritze TS 8.8 ausgebildet.
Bildquelle 001
- Aufkündigung alter Beziehungen und Boykott jüdischer Familien.
- Denunziation von Andersdenkenden.
Eine der ersten Denunzierungen bekam der jüdische Mitbürger Moriz Schönberg zu spüren. Er wurde, wegen einer systemfeindlichen Aussage, am 22.06.1935 verhaftet und kehrte, nach einer langen Leidenszeit, erst 1952 wieder nach Welterod zurück. 010
Es gab aber auch das Gegenteil: Führende eingeweihte Parteimitglieder sollen im Jahr 1935, der jüdischen Familie Daniel geraten haben, das Land zu verlassen und retteten ihnen damit ihr Leben. 005
Eine Folge der neuen Aktivitäten in parteilichen Organisationen war, dass sowohl der im Jahr 1913 geründete Turnverein, wie auch der erst im Jahr 1925 geründete Schützenverein keinen Nachwuchs mehr bekamen und in den Jahren nach 1933 aufgelöst wurden. Lediglich der Männergesangverein existierte bis zum Beginn des 2. Weltkrieges. 005
Die evangelische Kirchengemeinde hat die Zeit des Nationalsozialismus, trotz einiger Anfeindungen und Austritten von Parteigenossen, weitgehend unbeschadet überstanden. Gottesdienste, Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht und kirchliche Feste fanden, unter den zum Teil geänderten Bedingungen des Systems, statt.
Bild links: Konfirmandenausflug nach Ehrenbreitstein im Jahr 1938
Bild rechts: Konfirmanden im Jahr 1940
Bildquelle 001
Bild links: Erntedankfest 1938
Der ursprünglich christliche Tag des Dankes mit neuem Schwerpunkt.
Bildquelle 001
Teil 2 Geschehnisse 1933 bis 1935
Hinweis: Nationale Ereignisse und internationale Ereignisse sind in der Textfarbe grau dargestellt.
04.02.1933 Regionales Ereignis:
Mit einer Extrafällung von 400 Festmetern Fichte soll der Endausbau der neuen Wasserleitung von der Quelle „Hoher Rech“ finanziert werden. 015
.
Die Verlegung der Versorgungsleitung von der Quellfassung „Hoher Rech“ zum Hochbehälter gegenüber dem Friedhof.
01.05.1933 Regionales Ereignis:
Der Tag der nationalen Arbeit wird in neuer Form, mit Höhenfeuer auf der Schildwacht gefeiert.
Anschließend begaben sich ein Teil der versammelten Menschen in den Welteroder Schulsaal um sich eine Berichterstattung im Radio anzuhören. 002
Eintrag in der Schulchronik:
Der Bevölkerung war Gelegenheit gegeben, die imposante Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld durch die Lautsprecher zu hören. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels sprach zum deutschen Volke über den Sinn des 1. Mai und der greise Reichspräsident wandte sich in seiner Ansprache an die deutsche Jugend und ermahnte sie zur freiwilligen Unterordnung, Zucht und Disziplin.
23.05.1933 Regionales Ereignis:
Der natürliche Tod des jüdischen Bürgers David Schönberg. Es findet die letzte Beerdigung, nach mosaischem Ritus in Welterod statt.
14.07.1933 Nationales Ereignis:
Die NSDAP wird zur einzig erlaubten Partei in Deutschland.
04.09.1933 Regionales Ereignis:
Vergabe des Endausbaues der Wasserleitung an Fa. Strack. Die Bauaufsicht hat Bauingenieur Walter Hilge. 015
Die Leitung von der Quellfassung „Hoher Rech“ zum Hochbehälter, sollte für alle Zeit die Probleme der Welteroder Wasserversorgung beseitigen. Aufnahme: Bernd Köhler 2013
Regionale Ereignisse
05.10.1933:
Die letzte Gemeinderatssitzung mit Bürgermeister Adolf Aulmann.
29.11.1933:
Die erste Sitzung des Gemeinderates mit Bürgermeister Wilhelm Back
29.12.1933:
Vergabe der Bauarbeiten am Werkerbachweg.
20.03.1934:
Der Gemeinderat ist aufgelöst. Niederschrift über die Anzahl der neuen Gemeindeältesten. Es ist bis 1946 der letzte Eintrag im Protokollbuch. 015
28.06.1934:
Lehrer Ewald Wiefelspütz beendet nach 11 Jahren seine Tätigkeit in Welterod. Sein Nachfolger wird Paul Wöll aus Klingelbach. 002
Schulbild mit Lehrer Ewald Wiefelspütz 1927 001
Schulbild mit Lehrer Paul Wöll 1937 001
02.08.1934 Nationales Ereignis:
Tod von Reichspräsident Hindenburg. Hitler übernimmt dessen Befugnisse.
Regionale Ereignisse
1935:
Bezug des neu erbauten Pfarrhauses in der Schulgasse (heute Lipporner Straße) durch Pfarrer Ernst Mai und seine Familie. 020
Das Welteroder Pfarrhaus in den 1950er Jahren.
Bild: Pfr. Christian Becker 1957
01.03.1935:
Freudenfeuer auf der Schildwacht wegen Rückgliederung des Saarlandes in das Deutsche Reich. 002
22.06.1935:
Verhaftung des jüdischen Bürgers Moriz Schönberg 010
18.07.1935:
Für die Freiwilligen Feuerwehren werden häufigere und aufwendigere Alarmübungen angeordnet.
.
Teil 3 Geschehnisse 1936 bis 1939
1936 Regionales Ereignis:
Auswanderung der jüdischen Bürger Albert und Selma Daniel sowie Eva Landau (genannt Evchen). 030
1936 Nationales Ereignis:
Die Feuerwehr-Reichsnormalkupplungen in den Größen A, B, C und D werden im gesamten Deutschen Reich eingeführt.
01.01.1936 Regionales Ereignis:
Das Milchauto holt erstmals die Milch des Dorfes zur Molkerei nach Niederwallmenach ab. 001
Nach dem Reichsernährungsgesetz von 1934 mussten alle Landwirte ihre Milch in einer Molkerei abliefern. Welterod wurde der Molkereigenossenschaft Niederwallmenach zugewiesen.
Milchkannen-Abladestelle (Milchpritsch) an der Kirche. Aufnahme: Pfr. Christian Becker 1957
Milchkannen-Abladestelle (Milchpritsch) am ehemaligen Backes. Bildquelle 001
01.01.1936 Regionales Ereignis:
Verkauf des alten Pfarrhauses in der Steinkaut (heute Rheingaustraße 8) an Otto Tönges. 025
Die von den Pfarrern einstmals genutzten Stall- und Scheunengebäude werden nicht mehr benötigt. Im neuen Pfarrhaus steht für die Selbstversorgung lediglich ein Garten und ein Hühnerstall zur Verfügung. Aufnahmen: Bernd Köhler 2024
Regionale Ereignisse
07.03.1936:
Der Heldengedenktag wird mit Höhenfeuer auf der Schildwacht gefeiert.
18.04.1936:
Durch Schneebruch entstehen große Schäden im Welteroder Wald, die durch eigene Arbeitskräfte nicht bewältigt werden können.
20.07.1936:
Zur Aufarbeitung des Schadholzes kommen 3 Züge Arbeitsdienst aus dem Lager Holzappel nach Welterod. 005
Schneebruchschaden auf der Ulmarck 001
Lagebesprechung mit Förster Adolf Michel 001
Regionale Ereignisse
30.10.1936:
Schulkinder sammeln Bucheckern für das Winterhilfswerk.
31.10.1936:
Wegen des Reformationsfestes fällt der Schulunterricht aus.
01.12.1936:
Die Schule erhält einen Volksempfänger als Radioapparat.
Der Volksempfänger eroberte, als bezahlbares Gerät, nach 1933 nach und nach alle Haushalte. Er bot eine ganz neue Art von Information und Unterhaltung, war aber auch – im Volksmund „Goebbels-Schnauze“ genannt – das wichtigste Übertragungsmedium für Propaganda und Hetze des Nazi-Regimes.
Bild : Ruhrmuseum Essen
Regionale Ereignisse
20.11.1936:
Weihnachtliche Feier mit NS-Schwester Ursula Zimmer und den BDM-Mädchen
1937:
Umbau des Brandweihers im Wiesgarten zu einer Zisterne.
17.04.1937:
Wehrmachts-Pioniere aus Wiesbaden-Biebrich bauen innerhalb von 5 Tagen eine neue Herzbachbrücke. 002
Die von Pionieren in traditioneller Bauweise errichtete Brücke über den Herzbach.
Aufnahme: Bernd Köhler 04.03.2018
Regionale Ereignisse
Dez. 1937:
Die Kanalisierung der Schulgasse (heute Lipporner Straße) wird begonnen.
26.02.1938:
Tod des Gemeindepfarrers Ernst Mai im städtischen Krankenhaus Frankfurt. Sein Nachfolger wird Pfarrvikar Christian Becker.
Konfirmation 1936 mit Pfarrer Ernst Mai 001
Konfirmation 1944 mit Pfarrer Christian Becker 001
12.03.1938 Nationales Ereignis: Einmarsch der Wehrmacht in Österreich.
19.04.1938 Regionales Ereignis:
Karl Urban wird neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Welterod. 035
Bild links: August Tönges Wehrführer 1925 bis 1938 001
Bild rechts: Karl Urban Wehrführer 1938 bis 1947 001
02.06.1938 Regionales Ereignis:
Schulausflug mit Lehrer Paul Wöll zum Niederwalddenkmal. 002
1938 Regionales Ereignis:
Die Schule erhält einen Filmapparat der Kreisbildstelle 002
1938 Nationales Ereignis:
Feuerwehren unterstehen der Polizei und dem Reichsinnenministerium.035
Der neue Wind war auch an Schreiben und Mitteilungen des Landrates zu erkennen.
Dass die Feuerwehren ab 1938 zur Polizeiorganisation gehörten, war an den zu führenden amtlichen Kennzeichen erkennbar. Da man es in Welterod 1945 vergessen hatte abzumontieren, schmückte es – mit entferntem Hakenkreuz – den TSA (Tragkraftspritzenanhänger) der freiwilligen Feuerwehr Welterod bis Anfang der 1960er Jahre.
Regionale Ereignisse
1938:
Anlage eines Schulgarten. 002
15.08.1938:
Ährenlesen, Pflücken von Maikräutern und Kamille sowie Aufsammeln von Kartoffelkäfern durch Schulkinder. 002
Nationale Ereignisse
01.10.1938:
Wehrmachtstruppen marschieren ins Sudetenland ein.
09.11.1938:
Reichsprogromnacht.
Am Abend des 9. November 1938 gab Goebbels in München mit einer bewusst mehrdeutig gehaltenen Rede das Signal zu den Ausschreitungen. Am Abend des 10. November wurde die SA von Nastätten und Umgebung in Bereitschaft versetzt. Mit dem Beginn der Dämmerung sei die allgemeine Judenverfolgung in Nastätten und Umgebung in den umliegenden Dörfern einzuleiten. 040
Auch alle in Welterod lebenden Juden wurden auf brutalste Weise aus ihren Häusern geholt, auf einen Lastwagen geworfen und nach Nastätten zur Synagoge gefahren, wo sie die ganze Nacht gedemütigt und misshandelt wurden. Zeitzeugen sahen einige von ihnen am folgenden Morgen, barfuß, mit blutenden Füßen, von Strüth nach Welterod gehen. 005
Welteroder SA-Männer sollen daran nicht beteiligt gewesen. Ziemlich sicher ist allerdings, dass, ohne interne Hinweise, die Aktionen in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen wäre. Es gab Menschen, die sich über das unmenschliche Vorgehen beschwert haben. Sie sind mit Androhung von ähnlichen Konsequenzen zum Schweigen gebracht worden. Über das weitere Martyrium der jüdischen Menschen unseres Dorfes wird an anderer Stelle berichtet. 045
Die in der sogenannten Kristallnacht geschändete und beschädigte Nastätter Synagoge wurde im Dezember 1938 verkauft und Anfang 1939 abgerissen.
Bildquelle 040
1939: Ende August kommen die ersten Gestellungsbefehle. Die Lehrer Roth Strüth und Volk Lipporn müssen zur Wehrmacht einrücken. Der Welteroder Lehrer Wöll muss Vertretungen in Lipporn und Strüth machen. 002
Internationale Ereignisse
01.09.1939:
Beginn des 2. Weltkrieges
03.09.1939:
Frankreich und Großbritannien erklären Deutschland den Krieg
Regionales Ereignis
13.09.1939:
Zum letzten Mal wird in einem jüdischen landwirtschaftlichen Betrieb Getreide gedroschen. 045
Die in der heutigen Rathausstraße 11 wohnende Familie Salomon und Ida Leopold hatten nach den Demütigungen in der Kristallnacht einen Ausreiseantrag gestellt. Da ihnen dieser auch in Aussicht gestellt wurde, verkauften sie ihr Anwesen an die nassauische Siedlungsgesellschaft und zogen am 22.04.1940 nach Frankfurt. Von dort aus wurden sie deportiert und am 25.11.1941 im Litauischen Kowno (Kauen) ermordet. 045
Teil 4 Welterod im Weltkrieg 1939 bis 1943
Was am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen begann, rief keineswegs die Begeisterung der Menschen von August 1914, dem Beginn des 1. Weltkrieges, hervor. Die durch Hitler und sein Propagandaministerium ständig wiederholte Hetze und einseitige Polemik, hatten bei großen Teilen der Bevölkerung für ein gewisses Verständnis und bei vielen sogar für Zustimmung gesorgt. Man trug, allein um nicht gnadenlos verfolgt zu werden, die Entbehrungen mit Geduld. Neben der gleichgeschalteten Presse war das Radio der wichtigste Informationsmedium. Der Volksempfänger stand mittlerweile in jedem Haushalt.
Wieder einmal, wie 1914, wurden alle gedienten Männer einberufen. Gemusterte Heranwachsende kamen ebenfalls, nach einer Schnellausbildung, an die Front.
Musterung im Jahr 1942
Hintere Reihe von links:
Walter Crecelius,
Herbert Beilstein,
Erwin Nefferdorf (gefallen)
Vordere Reihe von links:
Artur Saueressig,
Otto Urban (gefallen)
Bildquelle: 001
Die besten landwirtschaftlichen Pferde kamen zum Militär, so dass die Bauern auf teilweise abenteuerliche Gespanne zurückgreifen mussten.
Die durch die ständigen Einberufungen zur Wehrmacht entstandenen Lücken bei den Arbeitskräften wurden mehr und mehr durch Kriegsgefangene ersetzt. Es waren verschiedene Nationaltäten im Dorf untergebracht.
Die größte Anzahl bildeten Franzosen. Sie wohnten, unter Bewachung, im sogenannten „Andrese Haus“ (bis zu dessen Abriss Rheingaustraße 34). 005
Bildquelle: 042
Andrese Haus im Jahr 1910
Benannt nach einem Inhaber des Hauses „Andreas Christian Crecelius“. Er war Schultheiß der Vogtei Schönau von 1807 bis 1817. Danach bis 1825 Schultheiß von Welterod.
Bildquelle: 001
23.04.1940 Regionales Ereignis :
Lehrer Paul Wöll, Jahrgang 1904, wird gemustert. 005
Internationale Ereignisse
10.05.1940:
Deutscher Angriff auf Belgien, Niederlande und Frankreich.
22.06.1940:
Waffenstillstand von Compiègne. Frankreich besteht bis zum Kriegsende aus einem besetzten und einem unbesetzten Teil.
22.06.1941:
Deutscher Angriff auf die Sowjetunion.
Regionale Ereignisse
1941:
Die Schulaufnahme findet erstmals im Herbst statt.
1941:
Die Freiwillige Feuerwehr Welterod erhält Stahlhelme nach Wehrmachtsmuster. 035
Die seit 1913 getragenen Feuerwehrhelme wurden 1941 durch Helme im Wehrmachtsmuster ersetzt.
Aufnahmen: Bernd Köhler 2013 und 2026
Regionale Ereignisse
21.05.1941:
Die N.S.V. (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) der Kreisverwaltung beabsichtigt im Welteroder Pfarrhaus den Kindergarten einzurichten. Pfarrvikar Becker kann, nach umfangreicher Korrespondenz und Unterstützung des Landeskirchenamtes, die Maßnahme verhindern. 050
1941 im Juli
Die jüdischen Bürgerinnen Henriette Schönberg, ihre Tocher Hedwig Schönberg und Emma Schönberg werden abgeholt und in das Lager Tagschacht bei Friedrichssegen gebracht. 045
01.09.1941 Nationales Ereignis:
Ergänzender Schrifterlass Adolf Hitlers. Nachdem Bereits am 03.01.1941 die gebrochenen Druckschriften (Gotisch, Schwabacher, Fraktur) verboten worden waren, durfte nun auch an Schulen die Deutsche Schreibschrift nicht mehr gelehrt werden. 047
11.12.1941 Internationales Ereignis:
Kriegserklärung Deutschlands an die USA
20.01.1942 Nationales Ereignis:
Auf der Wannseekonferenz wird die Endlösung der Judenfrage festgelegt.
1942 Regionales Ereignis:
Die Dampfmaschine der Dreschgesellschaft wird durch einen Elektromotor ersetzt.
Die Dampfmaschine der Welteroder Dresch-gesellschaft an einem Sonntag im Herbst 1939
Vorne links: Otto Nefferdorf
Dahinter v.l.n.r.:
Oswald Göller,
Erwin Nefferdorf,
Otto Urban,
Herta Tönges (verh. Schreiber)
Alle 4 jungen Männer sind im 2. Weltkrieg gefallen.
Bildquelle: 001
Regionale Ereignisse
1942 im Sommer
Lina und Heinrich Stein, die letzten noch in Welterod lebenden jüdischen Bürger, werden abgeholt. 045
16.09.1942:
Lehrer Wöll geht nach Strüth. Hält weiter in Welterod und Strüth Unterricht. 002
1942:
Im November erhält die Freiwillige Feuerwehr Welterod eine motorisierte Tragkraftspritze TS 8.8 einen Tragkraftspritzenanhänger und das erforderliche Zubehör. 035
31.01.1943: Kapitulation der 6. Armee im Südkessel und am 02.02.1943 im Nordkessel bei Stalingrad.
01.03.1943:
Lehrer Wöll wird nach Metz einberufen. Der Schulunterricht findet nur noch unter erschwerten Bedingungen statt. 002
1943:
Im Mai erhält die Freiwillige Feuerwehr ein Zug- und Mannschaft-Transportfahrzeug. Zahlreiche auswärtige Einsätze müssen gefahren werden. 035/005
Ford Lastwagen A A 02
Ein gebrauchtes Fahrzeug erhielt die Freiwillige Feuerwehr Welterod im Mai 1943
Werkbild: Ford Werke Köln
01.08.1943 Regionales Ereignis:
Vikar Christian Becker wird zum Pfarrer des Kirchspieles Welterod ernannt. Wegen eines starken Magenleidens ist er vom Wehrdienst befreit. 020
Teil 5 Welterod im Weltkrieg 1944 bis 1945
Internationale Ereignisse
04.02. – 11.02.1944:
Auf der alliierten „Konferenz von Jalta“ bekommt Frankreich eigene Besatzungszonen zugesprochen.
06.06.1944:
Landung (Invasion) der Westalliierten in der Normandie.
Regionale Ereignisse
11.06.1944:
Die Feuerwehren werden auf eine neue Struktur von Befehl und Gehorsam verpflichtet. 035
1944:
Im August, nach einem schweren Bombenangriff, rückt die Feuerwehr Welterod nach Frankfurt aus.
Nach dem Abwurf zahlreicher Brandbomben im westlichen Teil der Welteroder Gemarkung, brennen reihenweise aufgestellte Kornkasten. 005
Beim Spielen mit einer ungezündeten Brandbombe kommt 1944 ein junger Pole (etwa 18/19 Jahre alt) auf grausame Weise ums Leben. 055
In Reihe stehende Kornkasten waren ein leicht zu entzündendes Ziel, mit verheerender Wirkung auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschen.
Ob, wie behauptet, die Angriffe im Spätsommer 1944 gezielt gemacht wurden, oder ob es sich um unbeabsichtigte Kollateralschäden handelte, kann heute nicht mehr festgestellt werden.
Bildquelle: Fotosammlung Elisabeth Hofmann
Im angrenzenden Staatswald wurden noch in den 1950er Jahren nicht gezündete Brandbomben gefunden.
Regionale Ereignisse
1944:
Im Laufe des Jahres entstehen auf private Initiative kleinere Luftschutzbunker im Dorf. Der größte befand sich in der Steinkaut hinter dem Haus Rheingaustraße 4. Weitere am Fuße des Kippels hinter dem Haus Rheingaustraße 35 und in der heutigen Mühlbachstraße unter dem Haus Rheingaustraße 36. Die erforderlichen Sprengungen wurden durch den Bergmann Christian Kraus durchgeführt. Pfarrer Becker soll, aus seiner Heimat der Bergbauregion um Weilburg, Sprengstoff für deren Bau organisiert haben. 005
15.10.1944:
Gründung einer Bunkerbau-Genossenschaft. 060
20 Genossen (später waren es 45), unter Vorsitz von Heinrich Hartung, beantragen am 15. Oktober einen Schutzbunker im Steinbruch großer Herrnberg zu bauen. Als Schießmeister konnte Peter Schwank aus Wollmerschied gewonnen werden. Der vorgelegte Plan wird durch das Landratsamt am 13.12.1944 genehmigt. Die schwierige Beschaffung eines geeigneten Kompressors verzögert jedoch weiter den Baubeginn. Erst nach Beschlagnahme eines geeigneten Gerätes in einer Sauerthaler Grube, können am 03.02.1945 die Arbeiten richtig beginnen. Bis Ende des Krieges wurde die Anlage zwar nicht komplett fertig gestellt, bot jedoch in dem halbfertigen Zustand bereits, bei Luftalarm und Artilleriebeschuss, Schutz für einen großen Teil der Welteroder Menschen.
Der mittlerweile zugemauerte Eingang des Luftschutzbunkers im Steinbruch am großen Herrnberg.
Aufnahme: Bernd Köhler 2013
Über die Ereignisse der letzten Kriegsjahre 1944/1945 wurde sehr viel, von damals jugendlichen Zeitzeugen, berichtet. Wobei die unterschiedlichen Beobachtungen ein Bild von den Geschehnissen geben. Allerdings ist eine Datierung der Ereignisse oft nur annährend möglich.
1944:
Ab Herbst ziehen verstärkt alliierte Bomberverbände über Welterod.
Bei Luftkämpfen mit deutschen Jagdmaschinen werden einzelne Bomber abgeschossen, die außerhalb der heimischen Gemarkung niedergingen. Mit dem Fallschirm notgelandete Mannschaften werden von Welteroder Waldarbeitern entdeckt und zum Bürgermeisteramt geführt, von wo aus man sie in die Kriegsgefangenschaft weiterleitet. 005
Im „Schiffchen“ einer Wiese vor dem Sportplatz gab es 4 große Krater, die Amerikanischer Bomber, nach einem Einsatz auf dem Rückflug, abgeworfen hatten. 005
Im ehemaligen Quellgebiet des Mühlbaches gingen 4 Fliegerbomben nieder.
Die Krater wurden, im Rahmen der Flurbereinigung 1959, eingeebnet. Bis heute ist dieser Bereich ein Feuchtgebiet.
Aufnahme: Bernd Köhler 2024
Regionales Ereignis
14.12.1944:
Eine deutsche Jagdmaschine stürzt, nach einem Luftkampf mit amerikanischen Maschinen, unweit von Lipporn ab. Der Flugzeugführer Fähnrich Egon Mikutta springt, aus geringer Höhe ohne Fallschirm, aus der brennenden Maschine und schlägt etwa 800 Meter von der Absturzstelle entfernt auf einem Acker auf. 065
Das Grab von Egon Mikutta. (In den Wirren des Krieges wurde der Name falsch geschrieben.
Aufnahmen: Bernd Köhler im Januar 2026
Das Grab von dem aus Welterod stammenden Jagdflieger Josef Berghäuser. Er wurde am 25. Juli 1944 über München abgeschossen und nach der Überführung seines Leichnams im Heimatdorf beerdigt.
Regionale Ereignisse
1945:
Von Februar bis Herbst 1945 findet kein Schulunterricht statt.
1945:
Ab Februar befindet sich „auf der Ullmark“ eine Flakstellung. Außerdem sind zahlreiche Wehrmachtseinheiten im Dorf stationiert, die von einer Feldküche im Hof der Familien Hartung/Beilstein versorgt werden. 005
Nachdem die Alliierten die absolute Luftherrschaft erreicht hatten, verbreiten deren tieffliegenden Jagdflugzeuge zusätzlich Angst und Schrecken. Als zwei Landwirte (Namen bekannt) während der Frühjahrsbestellung ihrer Felder „auf der Winterhaube“ einen Tiefflieger herankommen hören, flüchten beide in eine nahe gelegene Deckung. Ihre Zugtiere (ein Pferd und zwei Fahrkühe) rennen im Galopp, mit angehängtem Arbeitsgerät, davon und können später weit entfernt am Waldrand eingefangen werden. 005
Der bei der Familie Fensterseifer arbeitende Franzose Eugen Roché ist mit einem mit Stallmist beladenen Kuhfuhrwerk auf dem Weg zu einem Feld „Auf der Schildwacht“ unterwegs. Als er vom Rödeler Weg in die alte Straße einbiegt, hört er einen Tiefflieger. Eugen springt vom Wagen und flüchtet hinter einen dicken Apfelbaum. Beide Kühe werden von der Fliegerbesatzung totgeschossen. 055
Ab Mitte März fliegen regelmäßig von Westen amerikanische Artillerie-Geschosse und von Osten Granaten der Wehrmacht über Welterod. Dazu gibt es fast täglich Luftalarm worauf die Dorfbewohner in stabile Keller oder in die errichteten Luftschutzbunker flüchten. 005
Schwere Gerätschaften der Wehrmacht, vor allem Geschütze und die dazu gehörende Munition, werden – unter Zuhilfenahme der noch im Ort vorhandenen Pferdefuhrwerke – abtransportiert. 005
Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner beschädigen Artilleriegranaten den Stall von Willi Spitzhorn (Lipporner Straße 10) und das Hausdach von August Tönges (Rheingaustraße 25). Der größte Schaden entsteht am Stall- und Scheunengebäude von Karl Hilge (Rathausstraße 1a). (siehe Bericht Helmut Fensterseifer)
27.03.1945 Regionales Ereignis:
Einheiten der 89. US-Infanteriedivision marschieren, am frühen Nachmittag von Lipporn kommend, in Welterod ein.
Langsam kommen die Menschen aus den Bunkern und Unterständen. Die ersten, die den Einmarsch beobachten, waren natürlich Jugendliche wie Helmut Fensterseifer, Richard Link, Walter Schmidt und weitere.
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Helmut, damals 15 Jahre alt, erzählte im Jahr 2010 dem Verfasser folgende Geschichte:
Ich stand mit älteren Personen vor dem Stall der Familie Karl Hilge. Dort hatte eine amerikanische Granate die Stalldecke durchschlagen. Eine darunter stehende Kuh war durch die herabgefallenen Deckenbalken eingeklemmt. Der Wortführer der Gruppe, Wagnermeister Eduard Kröck, schickte mich in Eduards Werkstatt (Auf dem Kippel), zum Holen der schweren Bundaxt, damit er das Tier aus seiner misslichen Lage befreien könne. Als ich auf dem Rückweg den Schwinghäuser Weg erreichte, kommen mir auf beiden Seiten des Weges amerikanische Soldaten mit Gewehr im Anschlag, entgegen.
Ich ging mit meiner Axt auf dem Rücken durch die Kolonne, ohne dass einer der Amerikaner Notiz von mir nahm, und brachte das Werkzeug zu den Leuten bei der eingeklemmten Kuh. 055
Einige Wehrmachtsangehörige lassen sich in Gebäuden überrollen und gehen in Gefangenschaft. 005 Der überwiegende Teil der deutschen Soldaten setzt sich ab in Richtung Eisheck bzw. Espenschied, wobei mindestens ein Motorradfahrer auf dem Eishecker Berg, kurz vor dem Wald, erschossen wird. 075
In den Häusern und Scheunen, in denen bis dahin Wehrmachtssoldaten, sowie deren Pferde und Gerätschaften untergebracht waren, ziehen nun Amerikaner ein. Es gibt zeitweise eine Ausgangssperre sowie Personenüberprüfungen, wobei man einige Parteigenossen des alten Regimes verhaftet. Alle Waffen müssen abgegeben werden und mit der Ernennung eines neuen Bürgermeisters wird die Nachkriegsordnung eingeleitet. 075
Für Welterod ist damit Dritte Reich vorbei. Die Nachwirkungen des Krieges sind aber noch lange zu spüren. Zahlreiche Männer befinden sich in Kriegsgefangenschaft. Insgesamt sind 32 Männer gefallen oder gelten als vermisst.
Bis zum Ende des Terror-Regimes ging der Krieg allerdings in vielen Teilen des Landes noch weiter.
16.04. – 19.04.1945
Schlacht um die Seelower Höhen.
25.04.1945
Elb Dax Zusammentreffen Amerikanischer und sowjetischer Truppen bei Torgau.
30.04.1945
Selbstmord Hitlers im „Führerbunker“ in Berlin.
09.05.1945
Inkrafttreten der Gesamtkapitulation.
Teil 6 Welteroder Todesopfer der Nazi-Herrschaft
Ermordete Jüdische Welteroder Bürger
Salomon Leopold * 2412.1877 + 25.11.1941 KZ Kowno (Kauen)
Ida Leopold geb. Grünewald * 11.03.1882 + 25.11.1941 KZ Kowno (Kauen)
Emma Schönberg geb. Nassauer * 21.01.1891 + 11.06.1942 KZ Sobibor
Henriette Schönberg geb. Hesselheimer + 11.06.1942 KZ Sobibor
Hedwig Schönberg * 17.01.1901 + 11.06.1942 KZ Sobibor
Heinrich Stein * 19.12.1884 + 1942 Osttransport via Frankfurt
Lina Stein geb. Schönberg * 08.02.1879 + 1942 Osttransport via Frankfurt
Gefallene oder vermisste Soldaten:
Anton Fischer 28 Jahre alt 070 * 1912 + 1940
Karl Schmidt * 09.05.1913 + 16.12.1941
Ernst Ruppert * 20.12.1915 + 13.05.1942
Artur Tönges * 14.12.1922 + 25.05.1942
Philipp Berg 33 Jahre alt 070 * 1909 + 1942
Erich Klingauf * 24.11.1920 + 13.08.1942
Karl Hilge * 31.10.1907 + 19.09.1942
Emil Fensterseifer * 02.07.1909 + 28.11-1942
Walter Aulmann * 22.09.1920 + 11.12.1942
Oswald Göller * 12.11.1922 + 04.01.1943
Otto Nefferdorf * 08.12.1921 + 15.01.1943
Herbert Rossbach * 13.09.1924 + 13.07.1943
August Ludewig * 27.02.1923 + 30.07.1943
Georg Crecelius * 07.08.1918 + 31.08.1943
Otto Urban * 03.04.1925 + 05.09.1943
Felix Pruczkowski 28 Jahre alt 070 * 1915 + 1943
Erich Riemer * 24.09.1912 + 25.10.1943
Adolf Kröck * 18.05.1922 + 26.12.1943
Willi Steeg * 17.03.1909 + 13.04.1944
Ewald Ludewig * 12.11.1919 + 22.06.1944
Walter Hilge * 13.08.1909 + 24.06.1944
Josef Berghauser * 21.12.1919 + 25.07.1944
Erwin Nefferdorf * 28.02.1925 + 30.07.1944
Fritz Hubig * 08.03.1912 + 01.08.1944
Paul Schwan * 20.03.1923 + 12.08.1944
Konrad Crecelius * 23.07.1911 + 16.01.1945
Walter Kopp * 06.01.1922 + 17.03.1945
Karl Klee 16 Jahre alt 070 * 1928 + 1945
Otto Schulz 48 Jahre alt 070 * 1897 + 1945
Ewald Hollinghausen * 28.11.1928 + 25.04.1945
Gustav Feikens * 09.04.1922 + 25.04.1945
Adolf Saueressig * 18.04.1911 + 27.04.1945
Teil 7 Erklärungen und Quellenangaben
001 Foto aus der Bildersammlung von Bernd Köhler. Durch Befragung von Zeitzeugen in den 1970er und 1980er Jahren wurden die Bildinformationen und die abgebildeten Personen vom Verfasser weitgehend identifiziert.
002 Schulchronik Welterod 1912 – 1968
003 Die Stützpunkte waren die unterste Gruppierung innerhalb der NSDAP. Es gab sie in kleineren Dörfern oder Stadtteilen, die zu wenige Mitglieder für eine Ortsgruppe hatten.
004 Biografie Gisela Buhlmann
005 Befragung von Zeitzeugen ab 1980 075
010 Gemeindearchiv Welterod H840, Antrag auf Wiedergutmachung von 1952
015 Protokollbuch Gemeinderat Welterod 04.02.1933
020 Archiv des Kirchspiels Welterod, Fach 023 Pfarrchronik
025 Gemeindearchiv Welterod, Brandkataster Ergänzung 1936
030 Zeitzeugin: Gerda Granit geb. Daniel
035 Gemeindearchiv Welterod H839: Dokumentenordner FF Welterod
040 Chronik Nastätten von 1993 S. 136
042 Das Bild hat ein unbekannter Fotograf, in den 1950er Jahren während der Dreharbeiten zu einem Heimatfilm, in unserer Gegend gemacht.
045 Siehe Bericht: „Jüdisches Leben in Welterod“
047 Heft des Bundes für Deutsche Schrift 1/2026 Ab Seite 6
050 Archiv des Kirchspiels Welterod, Fach 066 Kindergarten
055 Zeitzeuge Helmut Fensterseifer Tonaufnahme 2010 von Bernd Köhler
060 Gemeindearchiv Welterod H617 Dokumente der Bunkerbau-Genossenschaft
065 Buch „Sturm am Mittelrhein“ von Stefan Michels
070 Da dem Verfasser nur die persönlichen Daten der evangelischen Gefallenen bekannt, ist bei den meisten „Gefallenen katholischen Glaubens“ jeweils nur das Geburts- und Sterbejahr angegeben.
075 Zeitzeugen, besonders über die Ereignisse der Kriegsjahre 1944/1945, waren: Karl Köhler, Manfred Himmighofen, Alois Krist, Josef Kraus und Theo Tönges mit mündlichen Überlieferungen. Gisela Buhlmann und Friedrich Hartung durch mündliche Überlieferungen und schriftliche Aufzeichnungen. Helmut Fensterseifer: Tonaufnahme mit Befragung durch Bernd Köhler im Jahr 2010
Der nächsten Beiträge des Verfassers (Veröffentlichung ab Herbst 2026): „1945 – 1949 Welterod in der Nachkriegszeit“ und „1950 – 1970 Welterod im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel“










































