Welterod im Dritten Reich

von | Dorfgeschichte und Entwicklung

Hinweis: Dieser Bericht enthält nationalsozialistische Embleme. Sie dienen ausschließlich der Aufklärung und Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens.Sie dienen nicht der Verherrlichung der NS-Zeit.

Vorwort

Ein Geschichtsabschnitt, am Anfang von vielen bejubelt, schon nach wenigen Jahren in einer Tragödie mit unermesslichem menschlichem Leid endend. In diesem Bericht soll versucht werden, das Leben der Dorfbewohner, die Veränderung der Lebensumstände und bei vielen, die Änderung der Moralvorstellungen zu ergründen. Da regionales Archivmaterial nur spärlich vorhanden ist und Zeitzeugen sich nicht immer auskunftsfreudig zeigten, kann nur ein oberflächlicher Überblick über die Geschehnisse gegeben werden.

Teil 1 Übersicht

30.Januar 1933: Eintrag in der Schulchronik Welterod: 002

Das Jahr 1933 wird für alle Zeiten mit ehernen Buchstaben in das Buch der Geschichte gegraben sein. Es brachte endlich den großen Wendepunkt in der politischen Schicksalsgestaltung unseres Volkes und damit die Rettung unseres Vaterlandes von dem drohenden Gespenst des Bolschewismus.

Hitler war an diesem Tag vom Reichspräsidenten, Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden.

Anfang 1933 gab es bereits in den Vogteigemeinden einen Stützpunkt 003 der NSDAP – zu der auch der damalige Lehrer gehörte – und eine kleine überregionale Einheit des SA. Es war die Kerntruppe, mit deren Hilfe die Menschen von den Ideologien des Nationalsozialismus überzeugt werden sollten.

Zu ihren Aktionen gehörten:

  • Abendliche Fackelzüge der SA
  • Höhenfeuer auf der Schildwacht mit flammenden Reden und Absingen nationalistischer Lieder.

Hinweis: Bilder und Grafiken werden durch Anklicken vergrößert dargestellt.

Die Schildwacht (Schildwache), eine zentrale Erhebung inmitten der drei Vogteidörfer. In der Ideologie des 3. Reiches, hatte der Hügel eine mystische Bedeutung. Die Sonnenwendfeier und zahlreiche andere Veranstaltungen fanden an diesem Ort statt. Heute ist es ein Standort für die überregionale Wasser- und Fernmeldeversorgung.   Bilder: Bernd Köhler 28.12.2025

Der erste Fackelzug durch die Dörfer der Vogteigemeinden, mit Höhenfeuer auf der Schildwacht und anschließendem Radiohören im Schulsaal, fand am 4. März 1933 – dem Vorabend der Wahl zum neuen Reichstag – statt. Es war die letzte Reichstagswahl, an der mehr als eine Partei teilnehmen durfte.

Eintrag in der Schulchronik Welterod:

Auf der „Schildwacht“ war ein mächtiger Holzstoß errichtet. Gegen Abend sammelte sich die Bevölkerung von Welterod, Strüth und Lipporn in Strüth. Unter Vorantritt der SA bewegte sich der Zug im Fackelschein durch die Straßen von Strüth u. Welterod. Nach kurzen einleitenden Worten des Stützpunktleiters von Strüth, hielt ich (der damalige Lehrer) die Feuerrede. Anschließend erklang das Lied „Flamme empor“.

Ein Teil der Bevölkerung ging anschließend in den Welteroder Schulsaal, um sich die im Radio übertragene Königsberger Feuerrede des „Führers“ anzuhören. 002

 

 

Weitere Maßnahmen zur Beeinflussung der Menschen waren:

  • Erziehung der Jugend durch Schule, Jungvolk, Bund deutscher Mädel BDM, und Hitlerjugend HJ. 004

 

Die BDM-Gruppe Welterod auf dem Turnplatz 1934

Bildquelle 001

  • Bevorzugung von Mitgliedern einer parteinahen Organisation bei der Vergabe von öffentlichen Arbeiten und Positionen.

Ein Beispiel: Auf Anordnung der oberen Forstbehörde, durften ab Herbst 1933 nur noch Saisonarbeiter im Staatswald arbeiten, die einer parteinahen Organisation angehörten. Eine Ausnahme galt für Angehörige der freiwilligen Feuerwehr. 005

Die von staatlicher Seite als besonders wichtig angesehenen Freiwilligen Feuerwehren wurden weiter gefördert. Mit ihrer Mitgliedschaft konnten sich einige Zeitgenossen vor der Vereinnahmung durch eine NSDAP-Gruppierung drücken. 005

 

 

 

Karl Urban nahm 1934 an einem Feuerwehrlehrgang in Idstein teil und wurde dabei auch schon an der Motorspritze TS 8.8 ausgebildet.

Bildquelle 001

  • Aufkündigung alter Beziehungen und Boykott jüdischer Familien.
  • Denunziation von Andersdenkenden.

Eine der ersten Denunzierungen bekam der jüdische Mitbürger Moriz Schönberg zu spüren. Er wurde, wegen einer systemfeindlichen Aussage, am 22.06.1935 verhaftet und kehrte, nach einer langen Leidenszeit, erst 1952 wieder nach Welterod zurück.  010

Es gab aber auch das Gegenteil:                                                                                                                                                      Führende eingeweihte Parteimitglieder sollen im Jahr 1935, der jüdischen Familie Daniel geraten haben, das Land zu verlassen und retteten ihnen damit ihr Leben. 005

Eine Folge der neuen Aktivitäten in parteilichen Organisationen war, dass sowohl der im Jahr 1913 geründete Turnverein, wie auch der erst im Jahr 1925 geründete Schützenverein keinen Nachwuchs mehr bekamen und in den Jahren nach 1933 aufgelöst wurden. Lediglich der Männergesangverein existierte bis zum Beginn des 2. Weltkrieges. 005

Die evangelische Kirchengemeinde hat die Zeit des Nationalsozialismus, trotz einiger Anfeindungen und Austritten von Parteigenossen, weitgehend unbeschadet überstanden. Gottesdienste, Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht und kirchliche Feste fanden, unter den zum Teil geänderten Bedingungen des Systems, statt.

 

Bild links: Konfirmandenausflug nach Ehrenbreitstein im Jahr 1938

Bild rechts: Konfirmanden im Jahr 1940

Bildquelle 001

 

 

Bild links: Erntedankfest 1938

Der ursprünglich christliche Tag des Dankes mit neuem Schwerpunkt. 

Bildquelle 001

Teil 2  Geschehnisse 1933 bis 1935

Hinweis:  Nationale Ereignisse und internationale Ereignisse sind in der Textfarbe grau dargestellt.

04.02.1933 Regionales Ereignis:
Mit einer Extrafällung von 400 Festmetern Fichte soll der Endausbau der neuen Wasserleitung von der Quelle „Hoher Rech“ finanziert werden. 015

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Die Verlegung der Versorgungsleitung von der Quellfassung „Hoher Rech“ zum Hochbehälter gegenüber dem Friedhof.

01.05.1933 Regionales Ereignis:
Der Tag der nationalen Arbeit wird in neuer Form, mit Höhenfeuer auf der Schildwacht gefeiert.

Anschließend begaben sich ein Teil der versammelten Menschen in den Welteroder Schulsaal um sich eine Berichterstattung im Radio      anzuhören. 002

Eintrag in der Schulchronik:                                                                                                                                                                   

Der Bevölkerung war Gelegenheit gegeben, die imposante Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld durch die Lautsprecher zu hören. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels sprach zum deutschen Volke über den Sinn des 1. Mai und der greise Reichspräsident wandte sich in seiner Ansprache an die deutsche Jugend und ermahnte sie zur freiwilligen Unterordnung, Zucht und Disziplin.

23.05.1933 Regionales Ereignis:
Der natürliche Tod des jüdischen Bürgers David Schönberg. Es findet die letzte Beerdigung, nach mosaischem Ritus in Welterod statt.

14.07.1933 Nationales Ereignis:
Die NSDAP wird zur einzig erlaubten Partei in Deutschland.

04.09.1933 Regionales Ereignis:
Vergabe des Endausbaues der Wasserleitung an Fa. Strack. Die Bauaufsicht hat Bauingenieur Walter Hilge. 015

Die Leitung von der Quellfassung „Hoher Rech“ zum Hochbehälter, sollte für alle Zeit die Probleme der Welteroder Wasserversorgung beseitigen.    Aufnahme: Bernd Köhler 2013

Regionale Ereignisse

05.10.1933:
Die letzte Gemeinderatssitzung mit Bürgermeister Adolf Aulmann.

29.11.1933:
Die erste Sitzung des Gemeinderates mit Bürgermeister Wilhelm Back

29.12.1933:
Vergabe der Bauarbeiten am Werkerbachweg.

20.03.1934:
Der Gemeinderat ist aufgelöst. Niederschrift über die Anzahl der neuen Gemeindeältesten. Es ist bis 1946 der letzte Eintrag im Protokollbuch. 015

28.06.1934:
Lehrer Ewald Wiefelspütz beendet nach 11 Jahren seine Tätigkeit in Welterod. Sein Nachfolger wird Paul Wöll aus Klingelbach. 002

 

Schulbild mit Lehrer Ewald Wiefelspütz 1927  001

Schulbild mit Lehrer Paul Wöll 1937  001

02.08.1934 Nationales Ereignis:
Tod von Reichspräsident Hindenburg. Hitler übernimmt dessen Befugnisse.

Regionale Ereignisse

1935:
Bezug des neu erbauten Pfarrhauses in der Schulgasse (heute Lipporner               Straße) durch Pfarrer Ernst Mai und seine Familie. 020

Das Welteroder Pfarrhaus in den 1950er Jahren. 

Bild: Pfr. Christian Becker 1957

01.03.1935:
Freudenfeuer auf der Schildwacht wegen Rückgliederung des Saarlandes in das Deutsche Reich. 002

22.06.1935:
Verhaftung des jüdischen Bürgers Moriz Schönberg 010

18.07.1935:
Für die Freiwilligen Feuerwehren werden häufigere und aufwendigere Alarmübungen angeordnet.

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Teil 3 Geschehnisse 1936 bis 1939

1936 Regionales Ereignis:
Auswanderung der jüdischen Bürger Albert und Selma Daniel sowie Eva Landau (genannt Evchen). 030

1936 Nationales Ereignis:
Die Feuerwehr-Reichsnormalkupplungen in den Größen A, B, C und D werden im gesamten Deutschen Reich eingeführt.

01.01.1936 Regionales Ereignis: 
Das Milchauto holt erstmals die Milch des Dorfes zur Molkerei nach Niederwallmenach ab. 001

Nach dem Reichsernährungsgesetz von 1934 mussten alle Landwirte ihre Milch in einer Molkerei abliefern. Welterod wurde der Molkereigenossenschaft Niederwallmenach zugewiesen.

Milchkannen-Abladestelle (Milchpritsch) an der Kirche.              Aufnahme: Pfr. Christian Becker 1957

Milchkannen-Abladestelle (Milchpritsch) am ehemaligen Backes.     Bildquelle 001

01.01.1936 Regionales Ereignis:
Verkauf des alten Pfarrhauses in der Steinkaut (heute Rheingaustraße 8) an Otto Tönges. 025

Die von den Pfarrern einstmals genutzten Stall- und Scheunengebäude werden nicht mehr benötigt. Im neuen Pfarrhaus steht für die Selbstversorgung lediglich ein Garten und ein Hühnerstall zur Verfügung.                    Aufnahmen: Bernd Köhler 2024

Regionale Ereignisse

07.03.1936:
Der Heldengedenktag wird mit Höhenfeuer auf der Schildwacht gefeiert.

18.04.1936:
Durch Schneebruch entstehen große Schäden im Welteroder Wald, die durch eigene Arbeitskräfte nicht bewältigt werden können.

20.07.1936:
Zur Aufarbeitung des Schadholzes kommen 3 Züge Arbeitsdienst aus dem Lager Holzappel nach Welterod. 005

Schneebruchschaden auf der Ulmarck 001

Lagebesprechung mit Förster Adolf Michel  001

Regionale Ereignisse

30.10.1936:
Schulkinder sammeln Bucheckern für das Winterhilfswerk.

31.10.1936:
Wegen des Reformationsfestes fällt der Schulunterricht aus.

01.12.1936:
Die Schule erhält einen Volksempfänger als Radioapparat.

Der Volksempfänger eroberte, als bezahlbares Gerät, nach 1933 nach und nach alle Haushalte. Er bot eine ganz neue Art von Information und Unterhaltung, war aber auch – im Volksmund „Goebbels-Schnauze“ genannt – das wichtigste Übertragungsmedium für Propaganda und Hetze des Nazi-Regimes.

Bild : Ruhrmuseum Essen

Regionale Ereignisse

20.11.1936:
Weihnachtliche Feier mit NS-Schwester Ursula Zimmer und den BDM-Mädchen

1937:
Umbau des Brandweihers im Wiesgarten zu einer Zisterne.

17.04.1937:
Wehrmachts-Pioniere aus Wiesbaden-Biebrich bauen innerhalb von 5 Tagen eine neue Herzbachbrücke. 002

 

 

 

 

Die von Pionieren in traditioneller Bauweise errichtete Brücke über den Herzbach.

 

Aufnahme: Bernd Köhler 04.03.2018

Regionale Ereignisse

Dez. 1937:
Die Kanalisierung der Schulgasse (heute Lipporner Straße) wird begonnen.

26.02.1938:
Tod des Gemeindepfarrers Ernst Mai im städtischen Krankenhaus Frankfurt. Sein Nachfolger wird Pfarrvikar Christian Becker.

Konfirmation 1936 mit Pfarrer Ernst Mai 001

Konfirmation 1944 mit Pfarrer Christian Becker 001

12.03.1938 Nationales Ereignis: Einmarsch der Wehrmacht in Österreich.

19.04.1938 Regionales Ereignis:
Karl Urban wird neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Welterod. 035

 

Bild links: August Tönges Wehrführer 1925 bis 1938  001

 

Bild rechts: Karl Urban Wehrführer 1938 bis 1947  001

02.06.1938 Regionales Ereignis: 
Schulausflug mit Lehrer Paul Wöll zum Niederwalddenkmal. 002

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welteroder Schüler vor dem Niederwalddenkmal.

Bildquelle 001

1938 Regionales Ereignis:
Die Schule erhält einen Filmapparat der Kreisbildstelle 002

1938 Nationales Ereignis:
Feuerwehren unterstehen der Polizei und dem Reichsinnenministerium.035

 

Der neue Wind war auch an Schreiben und Mitteilungen des Landrates zu erkennen.

 

Dass die Feuerwehren ab 1938 zur Polizeiorganisation gehörten, war an den zu führenden amtlichen Kennzeichen erkennbar. Da man es in Welterod 1945 vergessen hatte abzumontieren, schmückte es – mit entferntem Hakenkreuz – den TSA (Tragkraftspritzenanhänger) der freiwilligen Feuerwehr Welterod bis Anfang der 1960er Jahre.

Regionale Ereignisse

1938:
Anlage eines Schulgarten. 002

15.08.1938:
Ährenlesen, Pflücken von Maikräutern und Kamille sowie Aufsammeln von Kartoffelkäfern durch Schulkinder. 002

Nationale Ereignisse

01.10.1938:
Wehrmachtstruppen marschieren ins Sudetenland ein.

09.11.1938:
Reichsprogromnacht.

Am Abend des 9. November 1938 gab Goebbels in München mit einer bewusst mehrdeutig gehaltenen Rede das Signal zu den Ausschreitungen. Am Abend des 10. November wurde die SA von Nastätten und Umgebung in Bereitschaft versetzt. Mit dem Beginn der Dämmerung sei die allgemeine Judenverfolgung in Nastätten und Umgebung in den umliegenden Dörfern einzuleiten. 040

Auch alle in Welterod lebenden Juden wurden auf brutalste Weise aus ihren Häusern geholt, auf einen Lastwagen geworfen und nach Nastätten zur Synagoge gefahren, wo sie die ganze  Nacht gedemütigt und misshandelt wurden. Zeitzeugen sahen einige von ihnen am folgenden Morgen, barfuß, mit blutenden Füßen, von Strüth nach Welterod gehen. 005

Welteroder SA-Männer sollen daran nicht beteiligt gewesen. Ziemlich sicher ist allerdings, dass, ohne interne Hinweise, die Aktionen in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen wäre. Es gab Menschen, die sich über das unmenschliche Vorgehen beschwert haben. Sie sind mit Androhung von ähnlichen Konsequenzen zum Schweigen gebracht worden. Über das weitere Martyrium der jüdischen Menschen unseres Dorfes wird an anderer Stelle berichtet. 045

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die in der sogenannten Kristallnacht geschändete und beschädigte Nastätter Synagoge wurde im Dezember 1938 verkauft und Anfang 1939 abgerissen.

Bildquelle 040  

1939: Ende August kommen die ersten Gestellungsbefehle. Die Lehrer Roth Strüth und Volk Lipporn müssen zur Wehrmacht einrücken. Der Welteroder Lehrer Wöll muss Vertretungen in Lipporn und Strüth machen. 002

Internationale Ereignisse

01.09.1939:
Beginn des 2. Weltkrieges

03.09.1939:
Frankreich und Großbritannien erklären Deutschland den Krieg

Regionales Ereignis

13.09.1939:
Zum letzten Mal wird in einem jüdischen landwirtschaftlichen Betrieb Getreide gedroschen. 045

Die in der heutigen Rathausstraße 11 wohnende Familie Salomon und Ida Leopold hatten nach den Demütigungen in der Kristallnacht einen Ausreiseantrag gestellt. Da ihnen dieser auch in Aussicht gestellt wurde, verkauften sie ihr Anwesen an die nassauische Siedlungsgesellschaft und zogen am 22.04.1940 nach Frankfurt. Von dort aus wurden sie deportiert und am 25.11.1941 im Litauischen Kowno (Kauen) ermordet. 045

 

 

 

 

 

 

Die Scheune von Salomon Leopold in der Gibgasse (heute Rathausstraße 11)

Bildquelle: 001

Teil 4  Welterod im Weltkrieg 1939 bis 1943

Was am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen begann, rief keineswegs die Begeisterung der Menschen von August 1914, dem Beginn des 1. Weltkrieges, hervor. Die durch Hitler und sein Propagandaministerium ständig wiederholte Hetze und einseitige Polemik, hatten bei großen Teilen der Bevölkerung für ein gewisses Verständnis und bei vielen sogar für Zustimmung gesorgt. Man trug, allein um nicht gnadenlos verfolgt zu werden, die Entbehrungen mit Geduld. Neben der gleichgeschalteten Presse war das Radio der wichtigste Informationsmedium. Der Volksempfänger stand mittlerweile in jedem Haushalt.

Wieder einmal, wie 1914, wurden alle gedienten Männer einberufen. Gemusterte Heranwachsende kamen ebenfalls, nach einer Schnellausbildung, an die Front.

Musterung im Jahr 1942

Hintere Reihe von links:

Walter Crecelius,

Herbert Beilstein,

Erwin Nefferdorf (gefallen)

Vordere Reihe von links:

Artur Saueressig,

Otto Urban (gefallen)

Bildquelle: 001

Die besten landwirtschaftlichen Pferde kamen zum Militär, so dass die Bauern auf teilweise abenteuerliche Gespanne zurückgreifen mussten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Behelfsgespann während des 2. Weltkrieges mit Adolf Beilstein.

Bildquelle: 001

Die durch die ständigen Einberufungen zur Wehrmacht entstandenen Lücken bei den Arbeitskräften wurden mehr und mehr durch Kriegsgefangene ersetzt. Es waren verschiedene Nationaltäten im Dorf untergebracht. 

 

 

 

 

 

Die größte Anzahl bildeten Franzosen. Sie wohnten, unter Bewachung, im sogenannten „Andrese Haus“ (bis zu dessen Abriss Rheingaustraße 34). 005

Bildquelle: 042

 

 

 

Andrese Haus im Jahr 1910

Benannt nach einem Inhaber des Hauses „Andreas Christian Crecelius“. Er war Schultheiß der Vogtei Schönau von 1807 bis 1817. Danach bis 1825 Schultheiß von Welterod.

Bildquelle: 001

 

23.04.1940 Regionales Ereignis :
Lehrer Paul Wöll, Jahrgang 1904, wird gemustert.  005

Internationale Ereignisse

10.05.1940:
Deutscher Angriff auf Belgien, Niederlande und Frankreich.

22.06.1940:
Waffenstillstand von Compiègne. Frankreich besteht bis zum Kriegsende aus einem besetzten und einem unbesetzten Teil.

22.06.1941:
Deutscher Angriff auf die Sowjetunion.

Regionale Ereignisse

1941:
Die Schulaufnahme findet erstmals im Herbst statt.

1941:
Die Freiwillige Feuerwehr Welterod erhält Stahlhelme nach Wehrmachtsmuster. 035

Die seit 1913 getragenen Feuerwehrhelme wurden 1941 durch Helme im Wehrmachtsmuster ersetzt.

Aufnahmen: Bernd Köhler 2013 und 2026

Regionale Ereignisse
21.05.1941:
Die N.S.V. (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) der Kreisverwaltung beabsichtigt im Welteroder Pfarrhaus den Kindergarten                        einzurichten. Pfarrvikar Becker kann, nach umfangreicher Korrespondenz und Unterstützung des Landeskirchenamtes, die Maßnahme verhindern. 050

1941 im Juli
Die jüdischen Bürgerinnen Henriette Schönberg, ihre Tocher Hedwig Schönberg und Emma Schönberg werden abgeholt und in das Lager Tagschacht bei Friedrichssegen gebracht. 045

 

 

01.09.1941 Nationales Ereignis:
Ergänzender Schrifterlass Adolf Hitlers. Nachdem Bereits am 03.01.1941 die gebrochenen Druckschriften (Gotisch, Schwabacher, Fraktur) verboten worden waren, durfte nun auch an Schulen die Deutsche Schreibschrift nicht mehr gelehrt werden. 047

11.12.1941 Internationales Ereignis:
Kriegserklärung Deutschlands an die USA

20.01.1942 Nationales Ereignis:
Auf der Wannseekonferenz wird die Endlösung der Judenfrage festgelegt.

1942 Regionales Ereignis:
Die Dampfmaschine der Dreschgesellschaft wird durch einen Elektromotor ersetzt.

 

 

 

 

 

 

Die Dampfmaschine der Welteroder Dresch-gesellschaft an einem Sonntag im Herbst 1939

 

Vorne links: Otto Nefferdorf

Dahinter v.l.n.r.:

Oswald Göller,

Erwin Nefferdorf,

Otto Urban,

Herta Tönges (verh. Schreiber)

Alle 4 jungen Männer sind im 2. Weltkrieg gefallen.

Bildquelle: 001

Regionale Ereignisse

1942 im Sommer
Lina und Heinrich Stein, die letzten noch in Welterod lebenden jüdischen Bürger, werden abgeholt. 045

16.09.1942:
Lehrer Wöll geht nach Strüth. Hält weiter in Welterod und Strüth Unterricht. 002

1942:
Im November erhält die Freiwillige Feuerwehr Welterod eine motorisierte Tragkraftspritze TS 8.8 einen                                                         Tragkraftspritzenanhänger und das erforderliche Zubehör. 035

31.01.1943:     Kapitulation der 6. Armee im Südkessel und am 02.02.1943 im                             Nordkessel bei Stalingrad.

01.03.1943:
Lehrer Wöll wird nach Metz einberufen. Der Schulunterricht findet nur noch unter erschwerten Bedingungen statt. 002

1943:
Im Mai erhält die Freiwillige Feuerwehr ein Zug- und Mannschaft-Transportfahrzeug. Zahlreiche auswärtige Einsätze müssen gefahren werden. 035/005

 

 

 

 

Ford Lastwagen A A 02

Ein gebrauchtes Fahrzeug erhielt die Freiwillige Feuerwehr Welterod im Mai 1943

Werkbild: Ford Werke Köln

01.08.1943 Regionales Ereignis:
Vikar Christian Becker wird zum Pfarrer des Kirchspieles Welterod ernannt. Wegen eines starken Magenleidens ist er vom Wehrdienst befreit. 020

Teil 5   Welterod im Weltkrieg 1944 bis 1945

Internationale Ereignisse

04.02. – 11.02.1944:
Auf der alliierten „Konferenz von Jalta“ bekommt Frankreich eigene Besatzungszonen zugesprochen.

06.06.1944:
Landung (Invasion) der Westalliierten in der Normandie.

Regionale Ereignisse

11.06.1944:
Die Feuerwehren werden auf eine neue Struktur von Befehl und Gehorsam verpflichtet. 035

1944:
Im August, nach einem schweren Bombenangriff, rückt die Feuerwehr Welterod nach Frankfurt aus.

Nach dem Abwurf zahlreicher Brandbomben im westlichen Teil der Welteroder Gemarkung, brennen reihenweise aufgestellte Kornkasten. 005

Beim Spielen mit einer ungezündeten Brandbombe kommt 1944 ein junger Pole (etwa 18/19 Jahre alt) auf grausame Weise ums Leben. 055

 

In Reihe stehende Kornkasten waren ein leicht zu entzündendes Ziel, mit verheerender Wirkung auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschen.

Ob, wie behauptet, die Angriffe im Spätsommer 1944 gezielt gemacht wurden, oder ob es sich um unbeabsichtigte Kollateralschäden handelte, kann heute nicht mehr festgestellt werden.

Bildquelle:  Fotosammlung Elisabeth Hofmann

Im angrenzenden Staatswald wurden noch in den 1950er Jahren nicht gezündete Brandbomben gefunden.

 

Regionale Ereignisse

1944:
Im Laufe des Jahres entstehen auf private Initiative kleinere Luftschutzbunker im Dorf. Der größte befand sich in der Steinkaut hinter dem Haus Rheingaustraße 4. Weitere am Fuße des Kippels hinter dem Haus Rheingaustraße 35 und in der heutigen Mühlbachstraße unter dem Haus Rheingaustraße 36. Die erforderlichen Sprengungen wurden durch den Bergmann Christian Kraus durchgeführt. Pfarrer Becker soll, aus seiner Heimat der Bergbauregion um Weilburg, Sprengstoff für deren Bau organisiert haben. 005

15.10.1944:
Gründung einer Bunkerbau-Genossenschaft. 060

20 Genossen (später waren es 45), unter Vorsitz von Heinrich Hartung, beantragen am 15. Oktober einen Schutzbunker im Steinbruch großer Herrnberg zu bauen. Als Schießmeister konnte Peter Schwank aus Wollmerschied gewonnen werden. Der vorgelegte Plan wird durch das Landratsamt am 13.12.1944 genehmigt. Die schwierige Beschaffung eines geeigneten Kompressors verzögert jedoch weiter den Baubeginn. Erst nach Beschlagnahme eines geeigneten Gerätes in einer Sauerthaler Grube, können am 03.02.1945 die Arbeiten richtig beginnen. Bis Ende des Krieges wurde die Anlage zwar nicht komplett fertig gestellt,  bot jedoch in dem halbfertigen Zustand bereits, bei Luftalarm und Artilleriebeschuss, Schutz für einen großen Teil der Welteroder Menschen.

 

 

 

 

 

Der mittlerweile zugemauerte Eingang des Luftschutzbunkers im Steinbruch am großen Herrnberg.

 

Aufnahme: Bernd Köhler 2013

 

Über die Ereignisse der letzten Kriegsjahre 1944/1945 wurde sehr viel, von damals jugendlichen Zeitzeugen, berichtet. Wobei die unterschiedlichen Beobachtungen ein Bild von den Geschehnissen geben. Allerdings ist eine Datierung der Ereignisse oft nur annährend möglich.

1944:
Ab Herbst ziehen verstärkt alliierte Bomberverbände über Welterod.

Bei Luftkämpfen mit deutschen Jagdmaschinen werden einzelne Bomber abgeschossen, die außerhalb der heimischen Gemarkung niedergingen. Mit dem Fallschirm notgelandete Mannschaften werden von Welteroder Waldarbeitern entdeckt und zum Bürgermeisteramt geführt, von wo aus man sie in die Kriegsgefangenschaft weiterleitet. 005

Im „Schiffchen“ einer Wiese vor dem Sportplatz gab es 4 große Krater, die Amerikanischer Bomber, nach einem Einsatz auf dem Rückflug, abgeworfen hatten. 005

 

 

Im ehemaligen Quellgebiet des Mühlbaches gingen 4 Fliegerbomben nieder.

 

Die Krater wurden, im Rahmen der Flurbereinigung 1959, eingeebnet. Bis heute ist dieser Bereich ein Feuchtgebiet.

Aufnahme: Bernd Köhler 2024

Regionales Ereignis

14.12.1944:
Eine deutsche Jagdmaschine stürzt, nach einem Luftkampf mit amerikanischen Maschinen, unweit von Lipporn ab. Der Flugzeugführer Fähnrich Egon Mikutta springt, aus geringer Höhe ohne Fallschirm, aus der brennenden Maschine und schlägt etwa 800 Meter von der Absturzstelle entfernt auf einem Acker auf. 065

Das Grab von Egon Mikutta.  (In den Wirren des Krieges wurde der Name falsch geschrieben.

Aufnahmen: Bernd Köhler im Januar 2026

Das Grab von dem aus Welterod stammenden Jagdflieger Josef Berghäuser. Er wurde am 25. Juli 1944 über München abgeschossen und nach der Überführung seines Leichnams im Heimatdorf beerdigt.

Regionale Ereignisse

1945:
Von Februar bis Herbst 1945 findet kein Schulunterricht statt.

1945:
Ab Februar befindet sich „auf der Ullmark“ eine Flakstellung. Außerdem sind zahlreiche Wehrmachtseinheiten im Dorf  stationiert, die von einer Feldküche im Hof der Familien Hartung/Beilstein versorgt werden. 005

Nachdem die Alliierten die absolute Luftherrschaft erreicht hatten, verbreiten deren tieffliegenden Jagdflugzeuge zusätzlich Angst und Schrecken. Als zwei Landwirte (Namen bekannt) während der Frühjahrsbestellung ihrer Felder „auf der Winterhaube“ einen Tiefflieger herankommen hören, flüchten beide in eine nahe gelegene Deckung. Ihre Zugtiere (ein Pferd und zwei Fahrkühe) rennen im Galopp, mit angehängtem Arbeitsgerät, davon und können später weit entfernt am Waldrand eingefangen werden. 005

 

Der bei der Familie Fensterseifer arbeitende Franzose Eugen Roché ist mit einem mit Stallmist beladenen Kuhfuhrwerk auf dem Weg zu einem Feld „Auf der Schildwacht“ unterwegs. Als er vom Rödeler Weg in die alte Straße einbiegt, hört er einen Tiefflieger. Eugen springt vom Wagen und flüchtet hinter einen dicken Apfelbaum. Beide Kühe werden von der Fliegerbesatzung totgeschossen. 055

Ab Mitte März fliegen regelmäßig von Westen amerikanische Artillerie-Geschosse und von Osten Granaten der Wehrmacht über Welterod. Dazu gibt es fast täglich Luftalarm worauf die Dorfbewohner in stabile Keller oder in die errichteten Luftschutzbunker flüchten. 005

Schwere Gerätschaften der Wehrmacht, vor allem Geschütze und die dazu gehörende Munition, werden – unter Zuhilfenahme der noch im Ort vorhandenen Pferdefuhrwerke – abtransportiert. 005

Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner beschädigen Artilleriegranaten den Stall von Willi Spitzhorn (Lipporner Straße 10) und das Hausdach von August Tönges (Rheingaustraße 25). Der größte Schaden entsteht am Stall- und Scheunengebäude von Karl Hilge (Rathausstraße 1a). (siehe Bericht Helmut Fensterseifer)                   

27.03.1945 Regionales Ereignis:
Einheiten der 89. US-Infanteriedivision marschieren, am frühen Nachmittag von Lipporn kommend, in Welterod ein.

Langsam kommen die Menschen aus den Bunkern und Unterständen. Die ersten, die den Einmarsch beobachten, waren natürlich Jugendliche wie Helmut Fensterseifer, Richard Link, Walter Schmidt und weitere.

 

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Helmut, damals 15 Jahre alt, erzählte im Jahr 2010 dem Verfasser folgende Geschichte:

Ich stand mit älteren Personen vor dem Stall der Familie Karl Hilge. Dort hatte eine amerikanische Granate die Stalldecke durchschlagen. Eine darunter stehende Kuh war durch die herabgefallenen Deckenbalken eingeklemmt. Der Wortführer der Gruppe, Wagnermeister Eduard Kröck, schickte mich in Eduards Werkstatt (Auf dem Kippel), zum Holen der schweren Bundaxt, damit er das Tier aus seiner misslichen Lage befreien könne. Als ich auf dem Rückweg den Schwinghäuser Weg erreichte, kommen mir auf beiden Seiten des Weges amerikanische Soldaten mit Gewehr im Anschlag, entgegen.
Ich ging mit meiner Axt auf dem Rücken durch die Kolonne, ohne dass einer der Amerikaner Notiz von mir nahm, und brachte das Werkzeug zu den Leuten bei der eingeklemmten Kuh.
055

Einige Wehrmachtsangehörige lassen sich in Gebäuden überrollen und gehen in Gefangenschaft. 005 Der überwiegende Teil der deutschen Soldaten setzt sich ab in Richtung Eisheck bzw. Espenschied, wobei mindestens ein Motorradfahrer auf dem Eishecker Berg, kurz vor dem Wald, erschossen wird. 075

In den Häusern und Scheunen, in denen bis dahin Wehrmachtssoldaten, sowie deren Pferde und Gerätschaften untergebracht waren, ziehen nun Amerikaner ein. Es gibt zeitweise eine Ausgangssperre sowie Personenüberprüfungen, wobei man einige Parteigenossen des alten Regimes verhaftet. Alle Waffen müssen abgegeben werden und mit der Ernennung eines neuen Bürgermeisters wird die Nachkriegsordnung eingeleitet. 075

Für Welterod ist damit Dritte Reich vorbei. Die Nachwirkungen des Krieges sind aber noch lange zu spüren. Zahlreiche Männer befinden sich in Kriegsgefangenschaft. Insgesamt sind 32 Männer gefallen oder gelten als vermisst. 

Bis zum Ende des Terror-Regimes ging der Krieg allerdings in vielen Teilen des Landes noch weiter.

16.04. – 19.04.1945
Schlacht um die Seelower Höhen.

25.04.1945
Elb Dax Zusammentreffen Amerikanischer und sowjetischer Truppen bei Torgau.

30.04.1945
Selbstmord Hitlers im „Führerbunker“ in Berlin.

09.05.1945
Inkrafttreten der Gesamtkapitulation.

Teil 6 Welteroder Todesopfer der Nazi-Herrschaft

Ermordete Jüdische Welteroder Bürger

Salomon Leopold                                      * 2412.1877        + 25.11.1941 KZ Kowno (Kauen)

Ida Leopold geb. Grünewald                     * 11.03.1882       + 25.11.1941 KZ Kowno (Kauen)

Emma Schönberg geb. Nassauer                * 21.01.1891        + 11.06.1942 KZ Sobibor

Henriette Schönberg geb. Hesselheimer                               + 11.06.1942 KZ Sobibor

Hedwig Schönberg                                     * 17.01.1901       + 11.06.1942 KZ Sobibor

Heinrich Stein                                            * 19.12.1884       + 1942 Osttransport via Frankfurt

Lina Stein geb. Schönberg                           * 08.02.1879       + 1942 Osttransport via Frankfurt

Gefallene oder vermisste Soldaten:

Anton Fischer 28 Jahre alt 070                   * 1912                 + 1940

Karl Schmidt                                             * 09.05.1913       + 16.12.1941

Ernst Ruppert                                            * 20.12.1915       + 13.05.1942

Artur Tönges                                             * 14.12.1922       + 25.05.1942

Philipp Berg 33 Jahre alt 070                      * 1909                 + 1942

Erich Klingauf                                            * 24.11.1920       + 13.08.1942

Karl Hilge                                                  * 31.10.1907       + 19.09.1942

Emil Fensterseifer                                     * 02.07.1909       + 28.11-1942

Walter Aulmann                                        * 22.09.1920       + 11.12.1942

Oswald Göller                                           * 12.11.1922       + 04.01.1943

Otto Nefferdorf                                        * 08.12.1921       + 15.01.1943

Herbert Rossbach                                      * 13.09.1924       + 13.07.1943

August Ludewig                                       * 27.02.1923       + 30.07.1943

Georg Crecelius                                         * 07.08.1918       + 31.08.1943

Otto Urban                                                * 03.04.1925       + 05.09.1943

Felix Pruczkowski 28 Jahre alt 070             * 1915                 + 1943

Erich Riemer                                             * 24.09.1912       + 25.10.1943

Adolf Kröck                                              * 18.05.1922       + 26.12.1943

Willi Steeg                                                * 17.03.1909       + 13.04.1944

Ewald Ludewig                                         * 12.11.1919       + 22.06.1944

Walter Hilge                                              * 13.08.1909       + 24.06.1944

Josef Berghauser                                       * 21.12.1919       + 25.07.1944

Erwin Nefferdorf                                      * 28.02.1925       + 30.07.1944

Fritz Hubig                                                * 08.03.1912       + 01.08.1944

Paul Schwan                                             * 20.03.1923       + 12.08.1944

Konrad Crecelius                                       * 23.07.1911       + 16.01.1945

Walter Kopp                                             * 06.01.1922       + 17.03.1945

Karl Klee 16 Jahre alt 070                          * 1928                 + 1945

Otto Schulz 48 Jahre alt 070                      * 1897                 + 1945

Ewald Hollinghausen                                * 28.11.1928       + 25.04.1945

Gustav Feikens                                          * 09.04.1922       + 25.04.1945

Adolf Saueressig                                       * 18.04.1911       + 27.04.1945

Teil 7 Erklärungen und Quellenangaben

001    Foto aus der Bildersammlung von Bernd Köhler. Durch Befragung von Zeitzeugen in den 1970er und 1980er Jahren wurden die                       Bildinformationen und die abgebildeten Personen vom Verfasser weitgehend identifiziert.

002    Schulchronik Welterod 1912 – 1968

003    Die Stützpunkte waren die unterste Gruppierung innerhalb der NSDAP. Es gab sie in kleineren Dörfern oder Stadtteilen, die zu wenige           Mitglieder für eine Ortsgruppe hatten.

004    Biografie Gisela Buhlmann

005    Befragung von Zeitzeugen ab 1980 075

010    Gemeindearchiv Welterod H840, Antrag auf Wiedergutmachung von 1952

015    Protokollbuch Gemeinderat Welterod 04.02.1933

020    Archiv des Kirchspiels Welterod, Fach 023 Pfarrchronik

025    Gemeindearchiv Welterod, Brandkataster Ergänzung 1936

030    Zeitzeugin: Gerda Granit geb. Daniel

035    Gemeindearchiv Welterod H839: Dokumentenordner FF Welterod

040    Chronik Nastätten von 1993 S. 136

042    Das Bild hat ein unbekannter Fotograf, in den 1950er Jahren während der Dreharbeiten zu einem Heimatfilm, in unserer Gegend                   gemacht.

045    Siehe Bericht: „Jüdisches Leben in Welterod

047    Heft des Bundes für Deutsche Schrift 1/2026 Ab Seite 6

050    Archiv des Kirchspiels Welterod, Fach 066 Kindergarten

055    Zeitzeuge Helmut Fensterseifer Tonaufnahme 2010 von Bernd Köhler

060    Gemeindearchiv Welterod H617 Dokumente der Bunkerbau-Genossenschaft

065    Buch „Sturm am Mittelrhein“ von Stefan Michels

070    Da dem Verfasser nur die persönlichen Daten der evangelischen Gefallenen bekannt, ist bei den meisten „Gefallenen katholischen                 Glaubens“ jeweils nur das Geburts- und Sterbejahr angegeben.

075    Zeitzeugen, besonders über die Ereignisse der Kriegsjahre 1944/1945, waren:                                                                                               Karl Köhler, Manfred Himmighofen, Alois Krist, Josef Kraus und Theo Tönges mit mündlichen Überlieferungen.                                               Gisela Buhlmann und Friedrich Hartung durch mündliche Überlieferungen und schriftliche Aufzeichnungen.                                                   Helmut Fensterseifer: Tonaufnahme mit Befragung durch Bernd Köhler im Jahr 2010

Der nächsten Beiträge des Verfassers (Veröffentlichung ab Herbst 2026): „1945 – 1949 Welterod in der Nachkriegszeit“ und  „1950 – 1970 Welterod im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel“